Rechnungslegungsgrundsätze

1 Grundlegende Informationen

Die LLB-Gruppe bietet eine breite Palette von Finanzdienstleistungen an. Der Schwerpunkt liegt in den Bereichen Vermögensverwaltung und Anlageberatung für private und institutionelle Kunden sowie im Privat- und Firmenkundengeschäft.

Die Liechtensteinische Landesbank Aktiengesellschaft mit Sitz in Vaduz wurde 1861 gegründet und ist die Muttergesellschaft der LLB-Gruppe. Sie ist an der SIX Swiss Exchange kotiert.

Die vorliegende konsolidierte Jahresrechnung wurde vom Verwaltungsrat in seiner Sitzung vom 26. Februar 2015 genehmigt und zur Veröffentlichung freigegeben.

Zudem muss die konsolidierte Jahresrechnung der Generalversammlung vom 8. Mai 2015 zur Genehmigung vorgelegt werden.

2 Zusammenfassung der wesentlichen Rechnungslegungsgrundsätze

Die wesentlichen Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden, die bei der Erstellung der vorliegenden konsolidierten Jahresrechnung angewendet wurden, sind im Folgenden aufgeführt. Die beschriebenen Methoden wurden konsequent auf die dargestellten Berichtsperioden angewendet, sofern nichts anderes angegeben ist.

2.1 Grundlagen der Abschlusserstellung

Die konsolidierte Jahresrechnung wurde in Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards (IFRS) erstellt.

Der Konzernabschluss wurde – mit Ausnahme der Neubewertung von einigen finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten – auf Basis der historischen Anschaffungs- oder Herstellungskosten erstellt.

Die Gespräche und Verhandlungen über den Verkauf der swisspartners Investment Network AG wurden, nachdem die US-Steuerthematik abgeschlossen werden konnte, wieder aufgenommen. Die LLB-Gruppe beabsichtigt im Rahmen ihrer strategischen Neuausrichtung auf das Kerngeschäft weiterhin, die swisspartners Investment Network AG zu verkaufen. Die Voraussetzungen zur Klassifizierung der Vermögenswerte und Schulden der Gesellschaft als zur Veräusserung gehaltene langfristige Vermögenswerte gemäss IFRS 5 sind per 31. Dezember 2014 nicht vollständig erfüllt.

Zahlreiche neue IFRS-Standards sowie Überarbeitungen und Interpretationen von bestehenden IFRS-Standards, welche für die Geschäftsjahre beginnend am 1. Januar 2014 oder später anzuwenden sind, wurden publiziert. Die folgenden neuen oder geänderten IFRS-Standards beziehungsweise Interpretationen sind für die LLB-Gruppe von Bedeutung:

  • IAS 19 «Leistungen an Arbeitnehmer» – Im November 2014 hat das IASB die Änderung bezüglich Risk Sharing mit Inkrafttreten per 1. Juli 2014 veröffentlicht. Die Änderung beinhaltet die Klarstellung bezüglich der Bilanzierung von Beiträgen von Arbeitnehmern, die in der Ausgestaltung eines leistungsorientierten Plans spezifiziert werden. Die arbeitszeitbezogenen Beiträge sind den Dienstleistungsperioden als negativer Ertrag zuzurechnen beziehungsweise können die Beiträge, die allein mit der Leistung des Arbeitnehmers in der Periode verknüpft sind, in der sie erbracht werden, als eine Reduzierung der Kosten der kurzfristig fälligen Leistungen an Arbeitnehmer angesehen werden. Die Übernahme der Änderungen hat keine wesentlichen Auswirkungen auf die Konzernrechnung der LLB-Gruppe.
  • IAS 32 «Finanzinstrumente: Darstellung» – Im Dezember 2011 veröffentlichte das IASB die Änderungen an IAS 32 bezüglich der Saldierung finanzieller Vermögenswerte und finanzieller Verbindlichkeiten mit Erstanwendungszeitpunkt per 1. Januar 2014. Die Änderungen begrenzen den Anspruch auf Saldierung in der Bilanz auf jene Vereinbarungen, bei denen ein unbedingtes und rechtlich durchsetzbares Recht zur Saldierung des Vermögenswerts mit der finanziellen Verbindlichkeit (Netting) besteht. Diese Leitlinien regeln die Saldierungsmöglichkeiten im normalen Geschäftsverkehr sowie bei Ausfall, Insolvenz oder Bankrott der Gegenpartei. Die Übernahme hat keine wesentlichen Auswirkungen auf die Konzernrechnung der LLB-Gruppe.
  • IAS 36 «Wertminderung von Vermögenswerten» – Im Mai 2013 hat das IASB den Standard im Hinblick auf den erzielbaren Betrag für nicht finanzielle Vermögenswerte mit Erstanwendungszeitpunkt per 1. Januar 2014 geändert beziehungsweise eine Klarstellung der geforderten Angaben gemacht. Es werden zusätzliche Fair-Value-Angaben für nicht finanzielle Vermögenswerte oder zahlungsmittelgenerierende Einheiten des erzielbaren Betrages abzüglich der Veräusserungskosten gefordert, sofern der erzielbare Betrag auf dem Fair Value abzüglich Veräusserungskosten ermittelt wurde und für diese eine Wertminderung verbucht oder rückgängig gemacht wurde. Die Anpassungen haben keine wesentlichen Auswirkungen auf die Konzernrechnung der LLB-Gruppe.
  • IAS 39 «Finanzinstrumente: Ansatz und Bewertung» – Das IASB hat im Juni 2013 die Änderungen an IAS 39 bezüglich Novationen von Derivaten und Fortsetzung der Bilanzierung von Sicherungsgeschäften mit Inkrafttreten per 1. Januar 2014 veröffentlicht. Unter bestimmten Umständen sieht die Änderung eine Erleichterung der Fortsetzung der Bilanzierung von Sicherungsgeschäften (Hedge Accounting) beziehungsweise eine Nichtbeendigung von Sicherungsgeschäften vor. Dies ist möglich, wenn die Novationen aufgrund rechtlicher oder regulatorischer Anforderungen mit einer zentralen Gegenpartei erfolgen. Die Übernahme der Änderungen hat keine wesentlichen Auswirkungen auf die Konzernrechnung der LLB-Gruppe.
  • IFRIC Interpretation 21 «Abgaben» – Das IASB hat im Mai 2013 die IFRIC Interpretation 21 mit Inkrafttreten per 1. Januar 2014 veröffentlicht. Das IFRIC bietet Leitlinien dafür, wann eine Schuld für eine Abgabe anzusetzen ist, die von einer Regierung auferlegt wird. Die Interpretation gilt sowohl für Abgaben, bei denen Zeitpunkt und Betrag bekannt sind, wie auch für solche, die nicht Bestandteil von IAS 12 «Ertragsteuern» sind. Die Übernahme der Interpretation hat keine wesentlichen Auswirkungen auf die Konzernrechnung der LLB-Gruppe.
  • IFRS 9 «Finanzinstrumente» – Der IFRS 9 ist in die drei Phasen Klassierung und Bewertung, Wertminderungen (Impairment) und Hedge Accounting gegliedert. Die Klassierung und Bewertung von Finanzinstrumenten erfolgt aufgrund des Geschäftsmodells der Bank für die Bewirtschaftung der Finanzinstrumente sowie der Cashflow-Charakteristika (SPPI-Kriterien) des Finanzinstrumentes. Die Finanzinstrumente werden im Geschäftsmodell «Halten» klassiert und zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert, wenn der Zweck dieser Finanzinstrumente das Generieren von Zinserträgen und die Vereinnahmung des Nominalbetrages bei Fälligkeit darstellt. Werden Finanzinstrumente aus Liquiditätsmanagementgründen, das heisst zum Zweck des Haltens sowie des Verkaufs, gehalten, so sind diese Instrumente als «at fair value through OCI» zu klassieren. Gewinne und Verluste aus diesem Geschäftsmodell werden über die Gesamtergebnisrechnung beziehungsweise das Eigenkapital verbucht. Gemäss IFRS 9 sind Wertminderungen frühzeitig zu erfassen («expected loss modell»). Die Höhe der Wertminderung bestimmt sich anhand der Zuordnung des Finanzinstrumentes in eine der drei folgenden Stufen. In der Stufe 1 liegen keine signifikanten Verschlechterungen in der Kreditqualität vor und es sind Wertminderungen in Höhe des Barwerts eines erwarteten 12-Monats-Verlusts erfolgswirksam zu erfassen. Liegt kein objektiver Hinweis auf eine Wertminderung, jedoch eine signifikante Erhöhung des Ausfallrisikos vor, ist die Wertminderung bis zur Höhe der erwarteten Verluste über die gesamte Restlaufzeit erfolgswirksam zu erfassen (Stufe 2). In der Stufe 3 hat ein objektiver Hinweis auf eine Wertminderung vorzuliegen und eine Einzelwertberichtigung («lifetime expected loss») ist für das Finanzinstrument zu erfassen. Diese drei Stufen sind an jedem Bilanzstichtag zu prüfen. Weiter regelt IFRS 9 das Hedge Accounting, wobei insbesondere eine Vereinheitlichung des Risk Management und des Accounting angestrebt wird. Das Accounting hat durch das Risk Management bestimmte Absicherungen in den Büchern abzubilden. Der neue Standard tritt per 1. Januar 2018 in Kraft. Das Vorjahr ist nicht anzupassen. Die erstmaligen Anpassungen erfolgen über das Eröffnungseigenkapital per 1. Januar 2018. Gegenwärtig werden die Auswirkungen auf die Konzernrechnung der LLB-Gruppe analysiert.
  • IFRS 15 «Erlöse aus Verträgen mit Kunden» – Das IASB hat zusammen mit dem FASB im Mai 2014 neue Vorschriften zur Umsatzrealisierung veröffentlicht, welche die bestehenden Regelungen von US-GAAP und IFRS zur Erfassung von Umsatzerlösen vollständig ersetzen. Die Erfassung von Umsatzerlösen besteht in der Abbildung der Lieferung von Gütern oder in der Erbringung von Dienstleistungen an den Kunden mit einem Betrag, welcher der Gegenleistung entspricht, die das Unternehmen im Tausch für diese Güter oder Dienstleistungen voraussichtlich erhalten wird. IFRS 15 enthält ein 5-Schritte-Modell zur Ermittlung der Umsatzerlöse, wobei die Art der Transaktion oder der Branche des Unternehmens irrelevant ist. Der Standard sieht zusätzliche Offenlegungen vor und ist erstmals für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2017 beginnen, verpflichtend anzuwenden. Gegenwärtig werden die Auswirkungen auf die Konzernrechnung der LLB-Gruppe analysiert.

Im Rahmen der jährlichen Verbesserungen hat das IASB im Dezember 2013 weitere Verbesserungen zu neun IFRS-Standards publiziert, welche alle grundsätzlich per 1. Januar 2015 in Kraft treten. Die LLB untersucht derzeit den Einfluss auf die Konzernrechnung.

Schätzungen zur Erstellung der Konzernrechnung

Das Management muss bei der Erstellung der Konzernrechnung gemäss IFRS Schätzungen und Annahmen treffen. Dies kann sich auf einzelne Positionen im Ertrag und Aufwand, auf Aktiven und Verpflichtungen sowie auf die Offenlegung von Eventualforderungen und -verpflichtungen auswirken. Die Verwendung von per Bilanzstichtag der LLB vorliegenden Informationen und Annahmen ist für die Schätzung von einzelnen Positionen unerlässlich. Die tatsächlich eintretenden Ereignisse in der Zukunft können sich von der Schätzung wesentlich unterscheiden. Dies kann zu wesentlichen Veränderungen in der Konzernrechnung führen.

Die IFRS enthalten Richtlinien, die von der LLB-Gruppe bei der Erstellung der konsolidierten Jahresrechnung Annahmen und Schätzungen erfordern. Goodwill, immaterielle Anlagen, Vorsorgepläne und Fair-Value-Bestimmungen für Finanzinstrumente sind Bereiche mit höheren Beurteilungsspielräumen, bei denen Annahmen und Schätzungen von entscheidender Bedeutung für den Konzernabschluss sind. Erläuterungen dazu sind unter Anmerkung 19, Anmerkung 36 und Anmerkung 41 aufgeführt.

2.2 Konsolidierungsgrundsätze

Die Darstellung der Konzernrechnung richtet sich nach der wirtschaftlichen Betrachtungsweise. Der Konsolidierungszeitraum entspricht dem jeweiligen Kalenderjahr. Bei allen konsolidierten Gesellschaften ist das Geschäftsjahr mit dem Kalenderjahr identisch. Lediglich die LLB Invest AGmvK hat ein abweichendes Geschäftsjahr, welches aber bei der Erstellung der konsolidierten Jahresrechnung unwesentlich ist. Als Berichtswährung der LLB-Gruppe dient der Schweizer Franken (CHF), die Währung des Landes, in dem die LLB AG ihren Sitz hat.

Tochtergesellschaften

Die konsolidierte Rechnung umfasst die Abschlüsse der Liechtensteinischen Landesbank AG und ihrer Tochtergesellschaften. Gruppengesellschaften, an denen die Liechtensteinische Landesbank AG direkt oder indirekt die Stimmenmehrheit besitzt oder an denen sie auf andere Weise die Kontrolle ausübt, werden voll konsolidiert. Erworbene Tochtergesellschaften werden von dem Zeitpunkt an konsolidiert, an welchem die Kontrolle auf die Liechtensteinische Landesbank AG übergeht, und zu dem Zeitpunkt entkonsolidiert, an dem die Kontrolle endet.

Die Kapitalkonsolidierung erfolgt nach der Erwerbsmethode. Die Auswirkungen konzerninterner Transaktionen und Salden werden bei der Erstellung der Konzernrechnung eliminiert. Transaktionen mit Minderheiten werden im Eigenkapital verbucht.

Das den Minderheiten zurechenbare Eigenkapital wird in der Konzernbilanz getrennt vom den Aktionären der LLB zurechenbaren Eigenkapital im Eigenkapital erfasst. Das den Minderheiten zurechenbare Konzernergebnis wird in der konsolidierten Erfolgsrechnung separat ausgewiesen.

Beteiligung an Joint Ventures

Joint Ventures, Gesellschaften an welchen die LLB zu 50 Prozent beteiligt ist, werden nach der Equity-Methode bilanziert.

Änderungen im Konsolidierungskreis

Die Terrenia Anstalt mit Sitz in Vaduz, FL sowie die Liechtensteinische Landesbank (Österreich) Holding GmbH mit Sitz in Wien, AT, beide 100 Prozent Tochtergesellschaften der Liechtensteinischen Landesbank AG mit Sitz in Vaduz, FL, wurden liquidiert und sind per 31. Dezember 2014 aus dem Konsolidierungskreis ausgeschieden.

2.3 Allgemeine Grundsätze

Erfassung der Geschäfte

Käufe und Verkäufe von Handelsbeständen, derivativen Finanzinstrumenten und Finanzanlagen werden am Abschlusstag verbucht. Forderungen, einschliesslich Kundenausleihungen, werden im Zeitpunkt erfasst, in dem die Mittel an den Schuldner fliessen.

Abgrenzung der Erträge

Erträge aus Dienstleistungen werden erfasst, wenn diese erbracht wurden. Vermögensverwaltungsgebühren, Depotgebühren und ähnliche Erträge werden anteilsmässig während der Dauer der Dienstleistung erfasst. Zinsen werden nach der effektiven Zinsmethode erfasst. Dividenden werden mit der Entstehung des Rechtsanspruchs erfasst.

Inland versus Ausland

Unter «Inland» wird die Schweiz miteinbezogen.

2.4 Fremdwährungsumrechnung

Funktionale Währung und Berichtswährung

Die im Abschluss jedes Konzernunternehmens enthaltenen Posten werden auf Basis derjenigen Währung bewertet, die der Währung des primären wirtschaftlichen Umfeldes, in dem das Unternehmen operiert, entspricht (funktionale Währung).

Der Konzernabschluss ist in Schweizer Franken ausgewiesen. Der Schweizer Franken stellt die Berichtswährung der LLB-Gruppe dar.

Gruppengesellschaften

Gruppengesellschaften, die in einer von der Konzernwährung abweichenden funktionalen Währung bilanzieren, werden wie folgt umgerechnet: Aktiven und Verbindlichkeiten werden zu den Bilanzstichtagskursen umgerechnet, die Positionen der Erfolgsrechnung und der Mittelflussrechnung zum Durchschnittskurs der Periode. Alle sich daraus ergebenden Umrechnungsdifferenzen werden als separate Posten im Eigenkapital beziehungweise im sonstigen Gesamtergebnis erfasst.

Transaktionen und Salden

Fremdwährungstransaktionen werden mit den Wechselkursen zum Transaktionszeitpunkt in die funktionale Währung umgerechnet. Am Bilanzstichtag werden Aktiven und Passiven in Fremdwährungen zu den Stichtagskursen umgerechnet. Die aus der Bewertung resultierenden Kurserfolge werden erfolgswirksam verbucht. Für die Währungsumrechnung wurden folgende Kurse verwendet:

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Stichtagskurs

31.12.2014

31.12.2013

1 USD

0.9914

0.8908

1 EUR

1.2024

1.2270

1 GBP

1.5427

1.4738

(XLS:) Download

Durchschnittskurs

2014

2013

1 USD

0.9173

0.9237

1 EUR

1.2136

1.2273

1 GBP

1.5084

1.4499

2.5 Zahlungsmittelbestand

Der Zahlungsmittelbestand umfasst die flüssigen Mittel (Bargeld, Postscheckguthaben und Giro- bzw. Sichtguthaben bei der Schweizerischen Nationalbank und ausländischen Notenbanken sowie Clearing-Guthaben bei anerkannten Girozentralen und Clearing-Banken), Forderungen aus Geldmarktpapieren mit einer Ursprungslaufzeit von weniger als drei Monaten sowie Forderungen gegenüber Banken (täglich fällig).

2.6 Forderungen gegenüber Banken und Kundenausleihungen

Forderungen gegenüber Banken und Kundenausleihungen werden bei erstmaliger Erfassung zu effektiven Kosten bewertet, was dem Fair Value bei Gewährung entspricht. Die Folgebewertung erfolgt zu amortisierten Kosten, wobei die Effektivzinsmethode angewendet wird.

Zinsen auf Forderungen gegenüber Banken und Kundenausleihungen werden periodengerecht abgegrenzt und nach der Effektivzinsmethode unter dem Zinsertrag ausgewiesen.

Wertberichtigungen und Rückstellungen für Kreditrisiken

Grundsätzlich gewährt die LLB-Gruppe Ausleihungen nur auf gedeckter Basis beziehungsweise nur an Gegenparteien mit sehr hoher Bonität.

Eine Ausleihung wird als wertbeeinträchtigt erachtet, wenn die Wahrscheinlichkeit besteht, dass nicht der gesamte gemäss Vertrag geschuldete Betrag einbringbar ist. Ursachen für eine Wertminderung sind gegenparteien- oder länderspezifischer Natur. Hinweise für eine Wertminderung sind:

  • finanzielle Schwierigkeiten des Schuldners;
  • Vertragsbruch wie beispielsweise ein Ausfall oder Verzug von Zinsen- oder Tilgungszahlungen;
  • erhöhte Wahrscheinlichkeit, dass der Kreditnehmer in Insolvenz oder ein sonstiges Sanierungsverfahren geht;
  • volkswirtschaftliche oder regionale wirtschaftliche Bedingungen, die mit Ausfällen bei den Vermögenswerten der Gruppe korrelieren.

Die Höhe der Wertminderung bemisst sich als Differenz zwischen dem Buchwert der Forderung und dem Barwert der geschätzten zukünftigen Cashflows aus dieser Forderung, diskontiert mit dem Effektivzinssatz. Eine Wertberichtigung für Kreditrisiken wird als Herabsetzung des Buchwerts einer Forderung in der Bilanz erfasst. Für Ausserbilanzpositionen, wie eine feste Zusage, wird dagegen eine Rückstellung für Kreditrisiken ausgewiesen. Die Wertminderungen werden erfolgswirksam erfasst.

2.7 Forderungen und Verpflichtungen aus Versicherungsverträgen

Die swisspartners-Gruppe bietet fondsgebundene Lebensversicherungsprodukte an. Bei diesen Versicherungsprodukten handelt es sich hauptsächlich um fondsgebundene Lebensversicherungen mit Todesfalldeckung gegen Einmaleinlagen und um fondsgebundene Rentenversicherungen. Die Versicherungsprodukte enthalten keine Überschussbeteiligung. Zur Ermittlung der Rückstellungen für Versicherungsleistungen aus segregierten Portfolioverträgen wird ein Sterblichkeitsrisiko im Umfang der Nettorisikosumme zugrunde gelegt. Die Nettorisikosumme ist die Differenz zwischen der Versicherungsleistung im Todesfall und dem Fair Value der Deckung des segregierten Portfolios. Basierend auf dem Sterblichkeitsrisiko sowie den Vorgaben des externen Aktuars und nach Berücksichtigung des Nettobetrages für alle Lebensversicherungen wird die Rückstellung für die Sterblichkeit ermittelt. An jedem Bilanzstichtag erfolgt eine Überprüfung der Rückstellung. Neu zu bildende Rückstellungen werden umgehend erfolgswirksam verbucht.

Die Forderungen und Verpflichtungen aus Versicherungsverträgen werden zum Fair Value bewertet. Die Forderungen werden auf der Aktivseite den entsprechenden Bilanzpositionen beziehungsweise im Wesentlichen den «Finanzanlagen» zugeordnet. Auf der Passivseite werden die Verpflichtungen in den Positionen «Verpflichtungen aus Versicherungsverträgen» und «Finanzielle Verpflichtungen» ausgewiesen. Veränderungen der Fair Values und der Prämieneinnahmen sowie der versicherungsmathematischen Rückstellungen werden im «Erfolg Dienstleistungs- und Kommissionsgeschäft» in der Position «Erfolg Versicherungsgeschäft» ausgewiesen.

Die finanziellen Verpflichtungen werden zum Fair Value bewertet, da die korrespondierenden Aktiven ebenfalls zum Fair Value bewertet sind und somit ein «Accounting Mismatch» verhindert wird.

2.8 Handelsbestände

Die Handelsbestände setzen sich aus Aktien, Anleihen und strukturierten Produkten zusammen. Zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Vermögenswerte werden zum Fair Value bewertet. Short-Positionen in Wertschriften werden als Verpflichtungen aus Handelsbeständen zum Fair Value ausgewiesen. Realisierte und nicht realisierte Gewinne und Verluste sowie Zinsen und Dividenden werden im Erfolg Handelsgeschäft erfasst.

Die Fair Values notierter Anteile bemessen sich nach dem aktuellen Angebotspreis. Wenn für finanzielle Vermögenswerte kein aktiver Markt besteht oder es sich um nicht notierte Vermögenswerte handelt, werden die Fair Values mittels geeigneter Bewertungsmethoden (siehe 2.10 «Finanzanlagen») ermittelt.

2.9 Derivative Finanzinstrumente

Alle derivativen Finanzinstrumente werden als positive und negative Wiederbeschaffungswerte, was dem Fair Value entspricht, bewertet und in der Bilanz ausgewiesen. Der Fair Value wird aufgrund von Börsennotierungen ermittelt; falls keine solchen vorhanden sind, werden Bewertungsmodelle herangezogen. Realisierte und nicht realisierte Gewinne und Verluste werden im Erfolg Handelsgeschäft erfasst.

Absicherungsgeschäfte

Die LLB-Gruppe kann Hedge Accounting anwenden, wenn die Voraussetzungen gemäss IAS 39 für die Zulassung der Verbuchung als Absicherungsgeschäft erfüllt sind.

Bestimmte Derivatgeschäfte stellen zwar wirtschaftlich gesehen Absicherungsgeschäfte dar und stehen im Einklang mit den Risikomanagement-Grundsätzen der LLB-Gruppe. Aufgrund der strengen und spezifischen IFRS-Richtlinien erfüllen sie aber nicht die Kriterien, buchhalterisch als Absicherungsgeschäfte behandelt zu werden. Wertveränderungen werden in der entsprechenden Periode im Erfolg Handelsgeschäft erfasst.

2.10 Finanzanlagen

Die Finanzanlagen können gemäss IFRS in verschiedene Kategorien unterteilt werden. Die Klassifizierung hängt vom jeweiligen Zweck ab, für den die Finanzanlagen erworben wurden. Das Management der LLB-Gruppe bestimmt die Klassifizierung der Finanzanlagen beim erstmaligen Ansatz. Im Geschäftsjahr 2014 wie auch im Geschäftsjahr 2013 wurden die Finanzanlagen der Kategorie «Finanzieller Vermögenswert erfolgswirksam zum Fair Value» zugeordnet. Bei dieser Kategorie werden sämtliche Wertveränderungen in der Erfolgsrechnung erfasst. Eine Finanzanlage wurde der Kategorie «Zur Veräusserung verfügbare finanzielle Vermögenswerte» zugeordnet. Bei dieser Kategorie werden sämtliche Wertveränderungen im sonstigen Gesamtergebnis erfasst.

Diese Designation ist in Übereinstimmung mit der Investitionsstrategie. Die Titel werden auf einer Fair-Value-Basis bewirtschaftet und deren Performance entsprechend evaluiert. Die Mitglieder der Gruppenleitung erhalten die entsprechenden Informationen.

Finanzanlagen, erfolgswirksam zum Fair Value bewertet

Die finanziellen Vermögenswerte werden zum Fair Value bilanziert. Nicht realisierte Gewinne oder Verluste abzüglich der zugehörigen Transaktionskosten werden im Erfolg aus Finanzanlagen, erfolgswirksam zum Fair Value bewertet, verbucht. Der Fair Value notierter Anteile bemisst sich nach dem aktuellen Angebotspreis. Wenn für finanzielle Vermögenswerte kein aktiver Markt besteht oder es sich um nicht notierte Vermögenswerte handelt, wird der Fair Value mittels geeigneter Bewertungsmethoden ermittelt. Diese umfassen: Bezugnahmen auf kürzlich stattgefundene Transaktionen zwischen unabhängigen Geschäftspartnern; die Verwendung aktueller Marktpreise anderer Vermögenswerte, die im Wesentlichen dem betrachteten Vermögenswert ähnlich sind; das Discounted-Cash-Flow-Verfahren; externe Preismodelle, welche die speziellen Umstände des Emittenten berücksichtigen. Siehe hierzu auch Anmerkung 36.

Zinsen- und Dividendenerträge der Finanzanlagen werden im Erfolg aus Finanzanlagen, erfolgswirksam zum Fair Value bewertet, erfasst. Zinsen werden periodengerecht abgegrenzt.

Zur Veräusserung verfügbare finanzielle Vermögenswerte

Finanzielle Vermögenswerte, die zur Veräusserung verfügbar sind, werden zum Fair Value bilanziert. Wertveränderungen, wie nicht realisierte Gewinne oder Verluste, werden im sonstigen Gesamtergebnis verbucht. Der Fair Value dieser finanziellen Vermögenswerte wird anhand notierter Anteile bemessen. Sofern kein aktiver Markt besteht oder es sich um nicht notierte Vermögenswerte handelt, wird der Fair Value analog den finanziellen Vermögenswerten erfolgswirksam zum Fair Value mittels geeigneter Bewertungsmethoden ermittelt. Siehe hierzu auch Anmerkung 36.

Zinsen- und Dividendenerträge werden erfolgswirksam erfasst. Zinsen werden periodengerecht abgegrenzt.

2.11 Liegenschaften, als Finanzinvestitionen gehaltene Liegenschaften und übrige Sachanlagen

Liegenschaften werden zu Anschaffungskosten, vermindert um die betriebswirtschaftlich erforderlichen Abschreibungen, bilanziert. Bankgebäude sind Liegenschaften, welche von der LLB-Gruppe zur Erbringung von Dienstleistungen oder zu administrativen Zwecken gehalten und genutzt werden, während als Finanzinvestitionen gehaltene Liegenschaften der Erwirtschaftung von Mieterträgen und / oder der Wertsteigerung dienen. Wenn eine Liegenschaft teilweise als Finanzinvestition dient, gilt für die Klassierung das Kriterium, ob die beiden Teile einzeln verkauft werden können. Als Finanzinvestitionen gehaltene Liegenschaften werden periodisch von externen Gutachtern bewertet. Veränderungen des Fair Value werden in der Erfolgsrechnung unter übriger Erfolg in der laufenden Periode erfasst. Ist ein Teilverkauf möglich, wird jeder Teilbereich entsprechend verbucht. Können die Teile nicht einzeln verkauft werden, wird die ganze Liegenschaft als Bankgebäude klassiert, es sei denn, der als Bankgebäude genutzte Teil ist unbedeutend.

Die übrigen Sachanlagen beinhalten Einrichtungen, Mobiliar, Maschinen und Informatikanlagen. Diese werden aktiviert und über die geschätzte Nutzungsdauer abgeschrieben.

Die Abschreibungen erfolgen linear über die geschätzte Nutzungsdauer:

(XLS:) Download

Liegenschaften

33 Jahre

Als Finanzinvestitionen gehaltene Liegenschaften

keine Abschreibung

Unbebautes Land

keine Abschreibung

Baunebenkosten

10 Jahre

Einrichtungen, Mobiliar, Maschinen

5 Jahre

Informatikanlagen

3 Jahre

Geringfügige Anschaffungen werden direkt dem Sachaufwand belastet. Unterhalts- und Renovationsaufwand werden in der Regel unter dem Sachaufwand verbucht. Wenn der Aufwand substanziell ist und zu einer wesentlichen Wertsteigerung beiträgt, erfolgt eine Aktivierung. Diese wird über die Nutzungsdauer abgeschrieben. Gewinne aus der Veräusserung von Sachanlagen werden als übriger Erfolg ausgewiesen. Verluste aus dem Verkauf führen zu zusätzlichen Abschreibungen auf dem Anlagevermögen.

Die Werthaltigkeit von Liegenschaften und übrigen Sachanlagen wird regelmässig, jedoch immer dann überprüft, wenn aufgrund von Ereignissen oder veränderten Umständen eine Überbewertung der Buchwerte möglich sein könnte. Ergibt sich bei der Überprüfung der Werthaltigkeit eine veränderte Nutzungsdauer oder eine Wertminderung, wird der Restbuchwert planmässig über die neu festgelegte Nutzungsdauer abgeschrieben oder eine ausserplanmässige Abschreibung getätigt.

2.12 Zur Veräusserung gehaltene langfristige Vermögenswerte

Langfristige Vermögenswerte (oder eine Veräusserungsgruppe) werden als zur Veräusserung bestimmt, wenn der zugehörige Buchwert überwiegend durch ein Veräusserungsgeschäft und nicht durch fortgesetzte Nutzung realisiert wird. Damit dies der Fall ist, muss der Vermögenswert (oder die Veräusserungsgruppe) im gegenwärtigen Zustand zu Bedingungen, die für den Verkauf derartiger Vermögenswerte (oder Veräusserungsgruppen) gängig und üblich sind, sofort veräusserbar sein und eine solche Veräusserung höchstwahrscheinlich sein. Langfristige zur Veräusserung gehaltene Vermögenswerte und Veräusserungsgruppen werden zum niedrigeren Wert aus Buchwert und beizulegendem Zeitwert, abzüglich Verkaufskosten, bewertet, es sei denn, die in der Veräusserungsgruppe dargestellten Posten fallen nicht unter die Bewertungsregeln gemäss IFRS 5 «Zur Veräusserung gehaltene langfristige Vermögenswerte und aufgegebene Geschäftsbereiche». Per 31. Dezember 2014 erfüllt keine Gesellschaft der LLB-Gruppe die Voraussetzung zur Klassifizierung der Vermögenswerte und Schulden als zur Veräusserung gehaltene langfristige Vermögenswerte gemäss IFRS 5.

2.13 Goodwill und andere immaterielle Anlagen

Der Goodwill entspricht der Differenz zwischen dem bezahlten Kaufpreis und dem per Akquisitionsdatum bestimmten Fair Value des identifizierbaren Nettovermögens einer von der LLB-Gruppe erworbenen Unternehmung. Übrige immaterielle Vermögenswerte enthalten separat identifizierbare immaterielle Werte, die aus Akquisitionen sowie gewissen gekauften Kundenwerten und Ähnlichem resultieren und über eine geschätzte Nutzungsdauer von zehn bis fünfzehn Jahren linear amortisiert werden. Goodwill und übrige immaterielle Vermögenswerte werden in der Bilanz zu Anschaffungskosten im Zeitpunkt der Akquisition aktiviert. An jedem Bilanzstichtag oder wenn Anzeichen bestehen, wird überprüft, ob es Anhaltspunkte für eine Wertbeeinträchtigung oder Änderung im geschätzten zukünftigen Nutzen gibt. Bestehen solche Anhaltspunkte, wird ermittelt, ob der Buchwert des Goodwill oder der übrigen immateriellen Vermögenswerte vollständig einbringbar ist. Übersteigt der Buchwert den realisierbaren Wert, wird eine Amortisation vorgenommen. Für die Ermittlung möglicher Wertminderungen auf dem Goodwill wird dieser den zahlungsmittelgenerierenden Einheiten (Cash Generating Units, CGUs) zugewiesen, das heisst den kleinsten identifizierbaren Gruppen von Vermögenswerten, die Mittelzuflüsse generieren, welche unabhängig von Mittelzuflüssen aus anderen Gruppen von Vermögenswerten sind. Generierte Mittelzuflüsse aus einer unabhängigen Gruppe von Vermögenswerten werden im Wesentlichen dadurch bestimmt, wie das Management die Unternehmenstätigkeit steuert. Das Management der LLB-Gruppe führt und steuert in Divisionen, sodass die zahlungsmittelgenerierenden Einheiten der Gruppe die Divisionen beziehungsweise Segmente darstellen. Entwicklungskosten für Software werden aktiviert, wenn sie bestimmte Kriterien bezüglich der Identifizierbarkeit erfüllen, wenn dem Unternehmen daraus wahrscheinlich zukünftige wirtschaftliche Erträge zufliessen werden und wenn die Kosten zuverlässig bestimmt werden können. Intern entwickelte Software, die diese Kriterien erfüllt, sowie gekaufte Software werden aktiviert und über drei bis zehn Jahre amortisiert. Siehe hierzu auch Anmerkung 19.

2.14 Steuern und latente Steuern

Die laufenden Gewinnsteuern werden auf Basis der anwendbaren Steuergesetze der einzelnen Länder berechnet und als Aufwand jener Rechnungsperiode erfasst, in welcher die entsprechenden Gewinne anfallen. In der Bilanz werden sie als Steuerverpflichtungen ausgewiesen. Die Steuereffekte aus temporären Differenzen aufgrund unterschiedlicher Bewertungen zwischen den in der Konzernbilanz gemäss IFRS ausgewiesenen Werten von Aktiven und Verpflichtungen und deren Steuerwerten werden als latente Steuerforderungen respektive latente Steuerverpflichtungen bilanziert. Latente Steuerforderungen aus zeitlichen Unterschieden oder aus steuerlich verrechenbaren Verlustvorträgen werden dann aktiviert, wenn es wahrscheinlich ist, dass genügend steuerbare Gewinne verfügbar sein werden, gegen welche diese Unterschiede respektive Verlustvorträge verrechnet werden können. Latente Steuerforderungen und Steuerverpflichtungen werden gemäss den Steuersätzen berechnet, die voraussichtlich in der Rechnungsperiode gelten, in der diese Steuerforderungen realisiert oder diese Steuerverpflichtungen beglichen werden.

Laufende und latente Steuern werden direkt dem Eigenkapital beziehungsweise dem sonstigen Gesamtergebnis gutgeschrieben oder belastet, wenn sich die Steuern auf Posten beziehen, die in der gleichen oder einer anderen Periode unmittelbar dem Eigenkapital gutgeschrieben oder belastet worden sind.

2.15 Ausgegebene Schuldtitel

Kassenobligationen werden zum Ausgabewert erfasst und zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. Bei Anleihen, die eine eingebettete Option zur Wandlung der Schuld in Aktien der LLB AG enthalten, werden eine Fremd- und eine Eigenkapitalkomponente ermittelt. Die Differenz zwischen dem Erlös aus der Ausgabe und dem Fair Value der Anleihe zum Zeitpunkt der Emission wird direkt im Eigenkapital verbucht. Der Fair Value des Fremdkapitalanteils zum Zeitpunkt der Emission wird auf Basis des Marktzinssatzes für vergleichbare Instrumente ohne Wandelrechte ermittelt. Danach wird er unter Anwendung der Effektivzinsmethode zu fortgeführten Anschaffungskosten ausgewiesen. Differenzen zwischen dem Erlös und dem Rückzahlungsbetrag werden erfolgswirksam über die Laufzeit der betreffenden Anleihe ausgewiesen. Die LLB-Gruppe verbucht in nachfolgenden Berichtsperioden keine Wertveränderungen der Eigenkapitalkomponente.

2.16 Leistungen an Arbeitnehmer

Personalvorsorge

Die LLB-Gruppe unterhält für die Mitarbeitenden in Liechtenstein und im Ausland Vorsorgeeinrichtungen, welche gemäss IFRS als leistungsorientiert gelten. Daneben bestehen Pläne für Dienstjubiläen, die sich als andere langfristige Leistungen an Arbeitnehmer qualifizieren.

Bei leistungsorientierten Vorsorgeplänen werden die Periodenkosten durch Gutachten externer Experten bestimmt. Die Vorsorgeleistungen dieser Pläne basieren in der Regel auf den Versicherungsjahren, dem Alter, dem versicherten Gehalt und teilweise auf dem angesparten Kapital.

Für leistungsorientierte Vorsorgepläne mit ausgeschiedenem Vermögen wird somit die Unter- oder Überdeckung des Barwerts der Ansprüche im Vergleich zum Vermögen, welches zu Marktwerten berechnet wird, zuzüglich oder abzüglich von später zu verrechnenden Beträgen aus Planänderungen, in der Bilanz als Verbindlichkeit oder Aktivposten ausgewiesen («Projected Unit Credit Method»). Ein Aktivposten wird nach den Vorgaben von IFRIC 14 berechnet.

Bei den Plänen ohne ausgesondertes Vermögen entspricht die in der Bilanz erfasste Verbindlichkeit dem Barwert der Ansprüche, zuzüglich oder abzüglich von später zu verrechnenden Beträgen aus Planänderungen.

Der Barwert der Ansprüche wird unter Anwendung der «Projected Unit Credit Method» berechnet. Bei der Berechnung werden die bis zum Bewertungsstichtag zurückgelegten Versicherungsjahre berücksichtigt.

Rückwirkende Leistungsverbesserungen durch Planänderungen werden als Aufwand verbucht. Soweit Anwartschaften sofort gewährt werden, wird der entsprechende Aufwand unmittelbar erfasst.

Variabler Lohnanteil sowie aktienbasierte Vergütungen

Für Zahlungen von variablen Lohnanteilen bestehen Reglemente. Die Bewertungsverfahren bei dem variablen Lohnanteil basieren auf der individuellen Zielerreichung. Führungskräfte erhalten einen Teil der Erfolgsbeteiligung in Form von Anwartschaften auf LLB-Aktien. Ausübungsbedingungen sind damit jedoch keine verbunden.

Die LLB-Gruppe passiviert in jenen Fällen eine Verpflichtung, in denen eine vertragliche Verpflichtung besteht oder sich aufgrund der Geschäftspraxis der Vergangenheit eine faktische Verpflichtung ergibt. Der Aufwand wird im Personalaufwand erfasst. Die in bar zu begleichende Verpflichtung wird unter übrige Verpflichtungen passiviert. Die Anzahl der Aktien für die aktienbasierte Vergütung berechnet sich aus dem Durchschnittspreis des letzten Quartals des Geschäftsjahres.

2.17 Rückstellungen und Eventualverpflichtungen

Das gegenwärtige Geschäftsumfeld der LLB-Gruppe birgt sowohl erhöhte rechtliche als auch regulatorische Risiken. Aufgrund dessen ist die LLB-Gruppe in verschiedene rechtliche Verfahren involviert, deren finanzieller Einfluss auf die LLB-Gruppe – je nach Stand der entsprechenden Verfahren – schwierig abzuschätzen ist und die von vielen Unsicherheiten geprägt sind. Die LLB-Gruppe nimmt für laufende und drohende Verfahren Rückstellungen vor, sofern das Management nach rechtlicher Beurteilung der Auffassung ist, dass aus den Verfahren eine finanzielle Verpflichtung wahrscheinlich ist und die Höhe der Verpflichtung beziehungsweise Zahlung verlässlich abgeschätzt werden kann.

Für gewisse Verfahren, bei denen die Faktenlage nicht spezifisch ist, der Kläger den mutmasslichen Schaden nicht angegeben hat, erst ein früher Verfahrensstand erreicht ist oder fundierte und substanzielle Informationen fehlen, ist die LLB-Gruppe nicht in der Lage, die ungefähre finanzielle Verpflichtung verlässlich abzuschätzen. Bei rechtlichen Verfahren besteht zudem oft auch eine Verknüpfung genannter Faktoren, was eine Einschätzung der finanziellen Verpflichtung beziehungsweise Eventualverpflichtung für die LLB-Gruppe unmöglich macht. Würden dennoch Annahmen beziehungsweise Schätzungen hierzu getroffen und offengelegt, könnte dies die Position der LLB-Gruppe in einem mutmasslichen Verfahren erheblich beeinträchtigen.

Wenn nur eine mögliche Verpflichtung vorliegt, allerdings ein Vermögensabfluss durch das Management nicht als unwahrscheinlich erachtet wird, führt dies zu einer Eventualverpflichtung für die LLB-Gruppe, jedoch zu keiner Rückstellung. Die Höhe der Eventualverpflichtung resultiert aus der bestmöglichen Schätzung.

2.18 Wertberichtigungen für Kreditrisiken

Eine Wertberichtigung für Kreditrisiken wird in der LLB-Gruppe gebildet, sofern objektive Hinweise bestehen, dass die LLB nicht den vollen gemäss den vertraglichen Bedingungen geschuldeten Kreditbetrag einbringen kann. Die LLB versteht als Kreditbetrag eine Ausleihung, eine Forderung oder eine feste Zusage wie ein Akkreditiv, eine Garantie oder ein anderes ähnliches Kreditprodukt. Objektive Hinweise sind beträchtliche finanzielle Schwierigkeiten des Kreditnehmers, Ausfall oder Verzug bei den Zins- oder Kapitalrückzahlungen, oder die Wahrscheinlichkeit, dass der Schuldner den Kredit nicht mehr zurückzahlen kann. Eine Wertberichtigung wird separat in der Bilanz erfasst und reduziert den Buchwert der Forderung. Wertberichtigungen werden in der Erfolgsrechnung unter Wertberichtigungen für Kreditrisiken erfasst. Für weitere Informationen siehe im Risikomanagement unter 3. Kreditrisiken.

2.19 Eigene Aktien

Von der LLB-Gruppe gehaltene Aktien der Liechtensteinischen Landesbank AG sind zu Anschaffungskosten bewertet und als Reduktion des Eigenkapitals ausgewiesen. Die Differenz zwischen dem Verkaufserlös der eigenen Aktien und den entsprechenden Anschaffungskosten wird unter den Kapitalreserven ausgewiesen.

2.20 Securities-Lending- und -Borrowing-Geschäfte

Securities-Lending- und -Borrowing-Transaktionen werden grundsätzlich nur auf gedeckter Basis eingegangen, wobei überwiegend Wertschriften als Sicherheit entgegengenommen oder gegeben werden.

Ausgeliehene eigene Wertschriften bleiben im Handelsbestand oder in den Finanzanlagen, solange die Risiken und Chancen aus Eigentum über die Wertschriften nicht verloren gehen. Geborgte Wertschriften werden nicht bilanzwirksam erfasst, solange die Risiken und Chancen aus Eigentum über die Wertschriften beim Verleiher bleiben.

Erhaltene oder bezahlte Gebühren werden abgegrenzt und im Kommissionserfolg verbucht.

3 Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Nach dem Bilanzstichtag sind keine wesentlichen Ereignisse eingetreten, die eine Anpassung der konsolidierten Jahresrechnung 2014 erforderlich machen.

Am 15. Januar 2015 hat die Schweizerische Nationalbank (SNB) entschieden, den Euro-Mindestkurs aufzuheben. Die LLB-Gruppe sieht Risiken und Unsicherheiten hinsichtlich der Aufhebung des Euro-Mindestkurses und der Einführung von Negativzinsen durch die SNB. Bereits vor dem Bilanzstichtag haben die gesunkenen mittel- und langfristigen Marktzinsen das Konzernergebnis 2014 der LLB-Gruppe belastet. Die Entwicklung der Marktzinsen bleibt auch im Geschäftsjahr 2015 ein Unsicherheitsfaktor, der das Ergebnis wesentlich beeinflussen kann. Trotz erfolgreicher strategischer Neupositionierung werden aus heutiger Sicht aufgrund der gegenwärtigen negativen Marktzinssituation voraussichtlich nicht alle quantitativen Ziele 2013 bis 2015 erreicht werden können.

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