Retail & Corporate Banking

Privat- und Firmenkunden

Das Retail & Corporate Banking der LLB-Gruppe als Universalbank umfasst zum einen das Kredit-, Einlagen- und Zahlungsverkehrsgeschäft mit Privatkunden aus Liechtenstein und der Schweiz sowie das Anlage- und Vermögensverwaltungsgeschäft für Kunden mit einem verfügbaren Vermögen bis zu CHF 0.5 Mio. Zum anderen besitzt die LLB-Gruppe als Unternehmerbank einen hohen Stellenwert für die Liechtensteiner und die Ostschweizer Wirtschaft (siehe Kapitel «Retail & Corporate Banking»).

Hypothekargeschäft

Ein starker Ertragspfeiler war auch im Jahr 2014 das Zinsdifferenzgeschäft. Bei der LLB AG entfielen 75.1 Prozent (2013: 76.4 %) der Kundenausleihungen auf Hypothekarforderungen. Dies entspricht CHF 4.3 Mia. (2013: CHF 4.2 Mia.). Die LLB AG ist mit einem Marktanteil von rund 50 Prozent Marktführerin in Liechtenstein.

2014 verlangsamte sich das Wachstum auf weiterhin hohem Niveau. Eine zweite Steueramnestie in Liechtenstein nach Schweizer Modell führte dazu, dass Kunden Hypotheken amortisierten. Dämpfend wirkte sich die Änderung der Bankenverordnung aus, die am 1. April 2014 in Kraft trat. Sie schreibt für alle liechtensteinischen Banken eine regulatorische Verschärfung bei der Kreditvergabe fest. Die Liechtensteinische Landesbank verfolgte bereits zuvor hinsichtlich Belehnungswert, Eigenkapital und Tragbarkeit eine konservative Kreditvergabe.

Die Tochtergesellschaft Bank Linth ist in ihrern Regionen ein wichtiger Partner für Immobilienfinanzierungen. Das Hypothekargeschäft ist die bedeutenste Ertragsquelle. 2014 nahmen die Kundenausleihungen um 4.9 Prozent auf CHF 5.2 Mia. (2013: CHF 5.0 Mia.) zu.

Immobilienmarkt Liechtenstein

In den vier Quartalen 2014 stiegen die projektierten Baukosten laut Amt für Statistik in Liechtenstein um 2.5 Prozent auf CHF 435.5 Mio. (2013: CHF 425.0 Mio.). Die Investitionen beim Wohnungsbau gingen dabei um 5.0 Prozent auf CHF 277.5 Mio. zurück (2013: CHF 292.2 Mio.). Die Baukosten im Bereich Industrie und Dienstleistungen legten auf CHF 113.1 Mio. zu. Die öffentlichen Aufträge gingen um 18.7 Prozent auf CHF 42.7 Mio. (2013: CHF 52.5 Mio.) zurück.

Immobilienmarkt Schweiz

Im September 2013 und im Januar 2014 hat der Bundesrat in der Schweiz mit der Aktivierung des antizyklischen Kapitalpuffers (AZP) bremsend in den Hypothekar- und Immobilienmarkt eingegriffen. Banken sind seit 30. Juni 2014 verpflichtet, zusätzliche Eigenmittel von 2 Prozent der ausgegebenen Hypothekarkredite zur Finanzierung von Wohnliegenschaften in der Schweiz zu halten.

Laut dem von der UBS errechneten Immobilienblasen-Index (UBS Swiss Real Estate Bubble Index) gibt es trotz eines abflachenden Hypothekarwachstums noch keine Entwarnung vor einzelnen Überhitzungsgefahren am Hypothekar- und Immobilienmarkt.

Die Geschäftsgebiete der LLB-Gruppe in der Schweiz umfassen sehr heterogene Märkte. Die Entwicklung des jeweiligen Umfelds vor Ort präsentiert sich differenziert.

Finanzplanung

Die Kunden der LLB-Gruppe profitieren von einem ganzheitlichen Betreuungsansatz. Dabei können wir mit einem Dienstleistungspaket überzeugen, das insbesondere Vorsorge-, Finanz- und Nachlassplanung, Steuerberatung sowie betriebliche und private Altersvorsorge beinhaltet. Die private Finanzplanung ist ein Schwerpunktbereich, in dem die LLB-Gruppe über ein einzigartig umfassendes und vernetztes Know-how verfügt.

LLB Vorsorgestiftung für Liechtenstein

In den letzten zehn Jahren hat sich die LLB AG im Vorsorgemarkt Liechtenstein mit der LLB Vorsorgestiftung für Liechtenstein als Kompetenzzentrum für die betriebliche und private Altersvorsorge etabliert. Nach Grösse und Marktanteilen belegt die LLB Vorsorgestiftung als jüngste des Landes Platz zwei unter den unabhängigen Sammelstiftungen in Liechtenstein. Auch 2014 blieb sie auf Wachstumskurs.

Sie profitiert von der starken Investmentkompetenz der LLB-Gruppe. Die Vermögen werden nach dem Asset Management-Ansatz der LLB verwaltet.

Das Vorsorgekapital der LLB Vorsorgestiftung für Liechtenstein verzeichnete auch aufgrund der erfreulichen Entwicklung der Aktienmärkte per 31. Dezember 2014 einen Anstieg auf CHF 472 Mio. (2013: CHF 413 Mio). Die Vorsorgestiftung betreute 360 (2013: 345) Unternehmen mit 4'275 (2013: 4'082) aktiv Versicherten. Die LLB Vorsorgestiftung ist eine der wenigen Pensionskassen, die ihren Mitgliedern zwei Anlagestrategien anbietet. Die Verzinsung des Vorsorgekapitals lag 2014 für die Strategie «Konservativ» bei 3.0 Prozent (2013: 2.5 %), die Verzinsung bei der Strategie «Dynamisch» betrug 3.5 Prozent (2013: 3.0 %).

Da angesichts des demografischen Wandels die Berechnung von Rentendauer und Rentenhöhe immer wichtiger wird, hat die LLB Vorsorgestiftung für Liechtenstein 2014 den technischen Zinssatz auf 2.75 Prozent (2013: 3.0 %) gesenkt und wandelt die Altersguthaben bei der Pensionierung mit 64 Jahren mit einem Satz von 6.9 Prozent in eine Rente um (2013: 7.0 %). Ab 2015 wird dieser Umwandlungssatz auf 6.8 Prozent reduziert. Die LLB Vorsorgestiftung für Liechtenstein verfügt über eine sehr gute Versichertenstruktur: Einem Rentner stehen 31 aktiv Versicherte gegenüber (2013: 45 aktiv Versicherte).

Seit 30. Oktober 2008 ist die LLB Berufliche Vorsorge AG, eine Tochterfirma der Liechtensteinischen Landesbank, mit der Geschäftsführung für die Schweizer ALVOSO LLB Pensionskasse betraut. 2014 waren der ALVOSO 255 (2013: 249) Unternehmen mit 1'455 (2013: 1'493) Mitarbeitenden angeschlossen. Das Vorsorgekapital belief sich auf CHF 220 Mio. (2013: CHF 200 Mio.). Beim jährlichen Pensionskassenvergleich der Schweizer «SonntagsZeitung» erreichte die Pensionskasse in der Rubrik «Tiefste Risiko- und Verwaltungskosten» Platz eins, mit ihrer Servicequalität belegte sie Platz zwei.

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