Wirtschaftliches Umfeld

International

Zum Jahreswechsel 2014 / 2015 war das weltwirtschaftliche Konjunkturumfeld von einer nur zögerlichen Erholung geprägt. Während sich die Auftriebskräfte in den USA weiter gefestigt haben, gab es in der Euro-Zone keine Anzeichen für eine nennenswerte Beschleunigung der wirtschaftlichen Aktivitäten. Der tiefe Ölpreis und der günstige Wechselkurs des Euro dürften sich in den kommenden Monaten positiv auswirken.

Russland ist im Zuge der geopolitischen Spannungen um die Ukraine sowie der tiefen Ölpreise in eine Rezession abgerutscht. Die Region Zentral- und Osteuropa zeigt sich bislang widerstandsfähig.

Schweiz

Die Entwicklung der schweizerischen Wirtschaft erwies sich 2014 als solide. Für 2015 prognostiziert die Konjunkturforschungsstelle KOF der ETH Zürich angesichts des sogenannten «Frankenschocks» jedoch eine Rezession. Am 15. Januar 2015 hob die Schweizerische Nationalbank (SNB) den Euro-Mindestkurs von CHF 1.20 auf. Die KOF nimmt an, dass der Franken die nächsten zwei Jahre um die Parität mit dem Euro pendelt. Die Exporte – 60 Prozent der Waren liefert die Schweiz in die Euro-Zone – dürften 2015 stark sinken.

Liechtenstein

Die Aufgabe der Euro-Mindestkurspolitik und die langsamere Entwicklung der Weltwirtschaft dürften auch die liechtensteinische Konjunktur stark dämpfen. Rund zwei Drittel der liechtensteinischen Industrieproduktion gehen in den europäischen Wirtschaftsraum. 2014 war das Umfeld vor allem für die liechtensteinischen Finanzdienstleister anspruchsvoll. Die gesunkenen Marktzinsen führten zu hohen Zinsabsicherungskosten.

Zinsen

Für die USA wird erwartet, dass das Federal Reserve System (Fed) angesichts der Festigung der Konjunkturerholung die Leitzinsen ab Mitte 2015 anheben wird.

Die Europäische Zentralbank (EZB) beschloss am 22. Januar 2015, ab März bis mindestens Ende September 2016 monatlich für EUR 60 Mia. Staatsanleihen aus den Euro-Staaten zu kaufen. Sie will damit niedrigere Zinskosten herbeiführen. Den Leitzins beliess sie auf dem Rekordtief von 0.05 Prozent.

Mit der Aufhebung des Euro-Mindestkurses erhöhte die SNB die Negativzinsen auf Einlagen von Banken auf 0.75 Prozent. Sie will damit erreichen, dass internationale Investoren weniger Geld in der Schweiz anlegen und der Aufwertungsdruck auf den Franken nachlässt. Einzelne Schweizer Banken führten im Januar 2015 auf Guthaben von Grosskunden ebenfalls Negativzinsen ein.

Finanzmärkte

Die globale Wachstumsverlangsamung war 2014 das bestimmende Thema an den Finanzmärkten. Aufgrund der tiefen Zinsen ist die Investition in Anlagen mit geringem Risiko weniger attraktiv. Dadurch sind die Kurse an den Börsen deutlich gestiegen. Nachdem der Internationale Währungsfonds (IWF) Anfang Oktober seine Prognosen für die weltwirtschaftliche Entwicklung nach unten korrigierte, kam es an den Aktienmärkten zu einer empfindlichen Kurskorrektur.

Die anhaltende Bereitschaft der Zentralbanken, die Konjunktur zu unterstützen, führte jedoch zu einer raschen Kurserholung, sodass im November teilweise wieder neue Rekordmarken erreicht werden konnten. Die Aufhebung der Kursuntergrenze des Schweizer Frankens zum Euro durch die SNB löste Mitte Januar 2015 einen Kurssturz des Swiss Market Index (SMI) aus und bewirkte eine Neubewertung der Schweizer Aktien.

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