Steuerkonformität

Steuerkonformitätsstrategie

Liechtenstein verfolgt eine Finanzplatzstrategie, die auf steuerliche Konformität der Kunden setzt. Mit der Regierungserklärung vom 14. November 2013 folgt Liechtenstein dem am 12. März 2009 mit der Liechtenstein-Erklärung eingeschlagenen Weg der Steuerkonformitätsstrategie konsequent. Das Land bekräftigt damit hinsichtlich des Informationsaustausches in Steuerfragen das Bekenntnis zu den geltenden Standards der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD).

Steuerliche Compliance

Die Banken und der Bankenverband in Liechtenstein unterstützen die Finanzplatzstrategie der Steuerkonformität ausdrücklich und aktiv. Sie setzten am 1. September 2013 eine Richtlinie in Kraft, mit der sie Mindeststandards festgelegt haben. 2015 bereiten Liechtensteins Banken sich und ihre Kunden auf den künftigen automatischen Informationsaustausch (AIA) vor. Dazu haben sie ihre Steuerkonformitäts-Richtlinie erweitert und den Bankenplatz Liechtenstein im Sinne einer Selbstregulierung zu einem Praxisstandard verpflichtet. Zur Sicherstellung der Steuerkonformität führen die Banken seit 1. Februar 2015 nach einem risikobasierten Ansatz bei ihren bestehenden Kunden Abklärungen durch und unterstützen diese gegebenenfalls dabei, ihre Steuerkonformität herzustellen.

Die LLB-Gruppe nimmt hier eine Vorreiterrolle ein und hat Massnahmen getroffen, mit denen das strategische Ziel des steuerkonformen Finanzplatzes erreicht werden soll. Im Neukundengeschäft hat sie bereits am 1. Oktober 2012 einen risikobasierten Ansatz mit steuerlicher Selbstdeklaration zum Standard erklärt und seit 1. Februar 2014 setzt sie umfassende Massnahmen zur Herstellung der Steuerkonformität ihrer Kunden um.

Doppelbesteuerungs- und Steuerinformationsabkommen

Die Basis der liechtensteinischen Finanzplatzpolitik bilden bilaterale, langfristig ausgelegte Kooperationsvereinbarungen. Mit 26 Ländern wurden bis Ende 2014 Steuerinformationsaustauschabkommen (TIEA: Tax Information Exchange Agreement) und mit 11 Ländern Doppelbesteuerungsabkommen (DBA) zur grenzüberschreitenden Amtshilfe nach den Regeln der OECD abgeschlossen. Per 1. Januar 2015 war eine Reihe der Abkommen in Kraft, darunter auch die DBA mit Grossbritannien und Österreich.

Liechtenstein / Schweiz

Liechtenstein und die Schweiz haben am 2. Februar 2015 in Bern die Verhandlungen über ein neues Doppelbesteuerungsabkommen (DBA) beendet. Als Inkrafttretensdatum ist der 1. Januar 2017 vorgesehen. Das DBA ist ein umfassendes Abkommen zur Vermeidung der Doppelbesteuerung von Einkommen und Vermögen in Anlehnung an die Empfehlungen der OECD. Es ersetzt das bisherige Abkommen zwischen der Schweiz und Liechtenstein über verschiedene Steuerfragen vom 22. Juni 1995, das lediglich die Besteuerung gewisser Einkünfte regelt.

Das DBA beinhaltet neu auch die Besteuerung der AHV-Renten. Diese können ausschliesslich im Ansässigkeitsstaat besteuert werden. Bei den Grenzgängern behält der jeweilige Ansässigkeitsstaat wie bis anhin das Besteuerungsrecht. Die Leistungen der beruflichen Vorsorge unterliegen der Besteuerung im Ansässigkeitsstaat des Empfängers. Neu ist auch die Besteuerung von Dividenden, Zinsen und Lizenzgebühren geregelt.

Liechtenstein / Österreich

Am 29. Januar 2013 haben Liechtenstein und Österreich ein Abgeltungssteuerabkommen zur Regularisierung bisher unversteuerter Gelder unterzeichnet. Gleichzeitig wurde das bestehende DBA revidiert und dem internationalen Standard angepasst. Beide Abkommen traten am 1. Januar 2014 in Kraft. Das Abgeltungssteuerabkommen geht weiter als jenes zwischen der Schweiz und Österreich, das seit 1. Januar 2013 in Kraft ist und als Vorlage diente. Österreichische Kunden einer liechtensteinischen Bank erhielten damit die Möglichkeit, Vermögenswerte in unbegrenzter Höhe zu regularisieren. Das Steuerabkommen sieht einerseits eine Nachversteuerung von bisher unversteuerten Vermögen und andererseits eine Abgeltungssteuer für zukünftige Kapitalerträge vor. Ende Juni 2014 hat die LLB-Gruppe den Offenlegungsprozess abgeschlossen.

Liechtenstein / Grossbritannien

Mit dem Vereinigten Königreich Grossbritannien und Nordirland (UK) wurde die Thematik unversteuerter Offshore-Vermögen bereits am 11. August 2009 auf eine Weise gelöst, die Vorbildcharakter hat. Das Abkommen mit UK beinhaltet auch ein bilaterales, nur für den Finanzplatz Liechtenstein gültiges Offenlegungsprogramm. Die sogenannte «Liechtenstein Disclosure Facility» (LDF) ist seit 1. September 2009 in Kraft und bietet Personen mit nicht deklarierten Vermögenswerten, die im Vereinigten Königreich steuerpflichtig sind, die Möglichkeit, dort ihre Steuerangelegenheiten schnell und zu guten Konditionen zu regeln. Am 11. Juni 2012 haben Liechtenstein und Grossbritannien zudem ein Doppelbesteuerungsabkommen unterzeichnet, das am 1. Januar 2013 in Kraft trat. Überdies wurde in London das Abkommen zur Legalisierung von Vermögenswerten britischer Staatsangehöriger in Liechtenstein bis zum 5. April 2016 verlängert.

Automatischer Informationsaustausch (AIA)

Am 21. November 2013 hat Liechtenstein beim Globalen Forum über Transparenz und Informationsaustausch in Steuerfragen (Global Forum) in Jakarta die Multilaterale Konvention der OECD und des Europarats über die gegenseitige Amtshilfe in Steuersachen unterzeichnet. Liechtenstein zählt auch zu den 52 Ländern, die am 29. Oktober 2014 dem Abkommen über den automatischen Informationsaustausch (AIA) beigetreten sind. Die Mitglieder der G20 (Gruppe der zwanzig wichtigsten Industrie- und Schwellenländer), der OECD und weitere wichtige Finanzplätze haben sich zur Anwendung des AIA verpflichtet. Sie sollen bereits 2017 detaillierte Bankdaten für das Steuerjahr 2016 von ausländischen Kunden an Staaten übermitteln, mit denen sie nun in einem zweiten Schritt bilaterale Verträge abschliessen. Die Schweiz hat am 19. November 2014 einer Erklärung über die Teilnahme an der multilateralen Vereinbarung über den automatischen Informationsaustausch in Steuersachen zugestimmt. Sie will erstmals 2018 Daten austauschen.

FATCA

Liechtenstein hat am 16. Mai 2014 mit den USA das Abkommen zur Umsetzung des «Foreign Account Tax Compliance Act» (FATCA) nach dem Modell 1 unterzeichnet. Modell 1 (EU5-Modell), ein Informationsaustausch von Staat zu Staat, sieht einen Staatsvertrag mit automatischem Informationsaustausch zwischen den Steuerbehörden vor. FATCA muss zu diesem Zweck von den Partnerstaaten der USA ins eigene Recht übernommen werden. Der liechtensteinische Landtag (Parlament) stimmte am 4. Dezember 2014 dem FATCA-Gesetz zu. Dieses stellt sicher, dass die liechtensteinischen Finanzinstitute weiter am US-Kapitalmarkt teilnehmen können.

Das US-Gesetz «Foreign Account Tax Compliance Act» verpflichtet Finanzinstitute weltweit, ihre US-Kunden zu identifizieren sowie deren Vermögen und Erträge der Bundessteuerbehörde der Vereinigten Staaten (Internal Revenue Service, IRS) offenzulegen. Die Informationen gehen über die geltenden Bestimmungen des «Qualified Intermediary Regime» (QI) hinaus.

Von den neuen Pflichten ausgenommen sind staatliche Stellen, Zentralbanken und Internationale Organisationen sowie gewisse Vorsorgekonten und -produkte. Banken mit vorwiegend lokaler Kundschaft gelten unter bestimmten Voraussetzungen als FATCA-konform und unterliegen nur einer Registrierungspflicht. Die Bank Linth fällt aufgrund der Zugehörigkeit zur LLB-Gruppe nicht in diese Kategorie. Dasselbe gilt für die LLB (Österreich) AG.

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