Kunden von morgen

Wer kein App hat, ist raus

Neue Songs lassen sich per App super üben. Ich spiele Klavier. Auch fürs Lernen von Vokabeln sind Apps gut. Oder für Matheaufgaben. Facebook, WhatsApp und Ask brauche ich, um mit meinen Kollegen zu kontakten. Wer andere per App anonym fertigmacht, ist einfach schräg.
Dalina Tran, 15, Eschen
Schülerin
Kunden von morgen

Wer kein App hat, ist raus

Ausspäh-Apps gehen gar nicht. Von mir gebe ich so wenig wie möglich im Netz preis. Im Jugendrat Liechtenstein bin ich politisch unterwegs. Unsere App ist wirklich nützlich. Mobile Banking finde ich richtig gut, damit überweise ich meine Rechnungen auch manchmal nachts um halb zwei. Was mir noch fehlt, ist eine App, die mir, bevor ich mich zur Arbeit aufmache, sagt, was ich vergessen habe.
Alessia Blöchlinger, 18, Triesenberg
Lernende Kauffrau
Kunden von morgen

Wer kein App hat, ist raus

Mit Forza bin ich immer auf dem Laufenden. Mit der Fussball-App informiere ich mich über die Spiele in der Super League. Im Restaurant lege ich das Handy weg. Ist es nicht schrecklich, wenn irgendwo vier Leute sitzen und alle auf ihr Smartphone starren?
Vinzenz Flatz, 20, Schaan
Mittelfeldspieler FC Vaduz

Wer kein App hat, ist raus

Dalina sitzt am Klavier, starrt auf ihr Smartphone und klimpert ein paar Töne. Mit einer App bringt sie sich gerade einen neuen Song bei. Und wenn sie ihre Schultasche packt, vergisst sie eins nie: ihr Smartphone. Im Unterricht macht sie das Handy aus. Da ist sie eisern – auch wenn andere Candy Crush Saga spielen, genervt SMS schreiben oder pausenlos die Posts auf Facebook checken. «Wen der Lehrer erwischt, muss sein Handy sowieso abgeben», meint sie lakonisch.

Eltern können ein Lied davon singen, wie fixiert die Jüngsten im Haushalt auf ihre Smartphones sind. Und manch einer verliert die Geduld, wenn beim Abendessen in unterschiedlichen Minutentakten die Handys summen, um über WhatsApp eine Party zu organisieren. 700 Millionen Mitglieder zählt diese meist geladene Smartphone-App weltweit. Wer nicht mobil vernetzt ist, fühlt sich im Abseits. Sobald jedoch die eigenen Eltern Facebook für sich entdecken, ist die Vernetzungsplattform bei den Teenagern ein Auslaufmodell.

Die neue Standleitung heisst Instagram. 300 Millionen Nutzer teilen sich täglich mehr als 70 Millionen Fotos, laden Videos hoch, liken Bilder und kommentieren. Wer nicht auf dieser Bühne steht, ist raus. Ein Leben ohne Apps ist auch für Dalina, Alessia and Vinzenz, drei junge Leute aus Liechtenstein, undenkbar. Sie surfen, kommunizieren, hören Musik, lernen Vokabeln. Alles geben sie aber nicht von sich preis. Und manchmal schalten sie ihr Handy ab.

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