Rechnungslegungsgrundsätze

1 Grundlegende Informationen

Die LLB-Gruppe bietet eine breite Palette von Finanzdienstleistungen an. Der Schwerpunkt liegt in den Bereichen Vermögensverwaltung und Anlageberatung für private und institutionelle Kunden sowie im Privat- und Firmenkundengeschäft.

Die Liechtensteinische Landesbank Aktiengesellschaft, gegründet und mit Sitz in Vaduz, Fürstentum Liechtenstein, ist die Muttergesellschaft der LLB-Gruppe. Sie ist an der SIX Swiss Exchange kotiert.

Die vorliegende konsolidierte Jahresrechnung wurde vom Verwaltungsrat in seiner Sitzung vom 3. März 2016 genehmigt und zur Veröffentlichung freigegeben.

2 Zusammenfassung der wesentlichen Rechnungslegungsgrundsätze

Die wesentlichen Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden, die bei der Erstellung der vorliegenden konsolidierten Jahresrechnung angewendet wurden, sind im Folgenden aufgeführt. Die beschriebenen Methoden wurden konsequent auf die dargestellten Berichtsperioden angewendet, sofern nichts anderes angegeben ist.

2.1 Grundlagen der Abschlusserstellung

Die konsolidierte Jahresrechnung wurde in Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards (IFRS) erstellt.

Anpassung der konsolidierten Jahresrechnung 2014 der LLB-Gruppe gemäss IAS 8

Im Rahmen der Erstellung der Jahresrechnung 2015 hat die LLB-Gruppe einen Fehler in der konsolidierten Jahresrechnung 2014 festgestellt. Nach IFRS sind fehlerhafte Darstellungen in den Abschlüssen eines Unternehmens in der Periode, in welcher sie entdeckt wurden, gemäss IAS 8 Ziffer 42 zu korrigieren. Daraus folgend sind die Vergleichsperioden anzupassen (Restatement).

Designierung Fair-Value-Hedge Beziehung

In den vorangegangenen Geschäftsjahren erfolgte eine Designierung von zwei Kreditpositionen in der Bilanz mit je einer Fair-Value-Hedge- Beziehung. Es handelt sich dabei um zwei ausstehende Kredite mit einer Laufzeit bis Juni 2018 beziehungsweise Januar 2019 mit einem Gesamtkreditvolumen von CHF 50 Mio. Für diese Kredite wurde wirtschaftlich gesehen je ein Zinsabsicherungsgeschäft abgeschlossen. Diese Absicherungsgeschäfte erfüllten die erforderlichen IFRS-Kriterien (IAS 39 Ziffer 88) nicht. Folglich hätte die Marktwertanpassung des Zinssatzrisikos für die beiden Kundenausleihungen nicht erfolgswirksam verbucht werden dürfen. Die Kundenausleihungen wurden zu hoch ausgewiesen. Der Effekt wurde rückwirkend auf den 1. Januar 2014 in der Bilanz sowie im 2014 über die Erfolgsrechnung korrigiert. Durch die Anpassung reduzieren sich die Kundenausleihungen in der Eröffnungsbilanz per 1. Januar 2014 um CHF 4.3 Mio. von CHF 10'240.1 Mio. auf CHF 10'235.8 Mio. beziehungsweise per 31. Dezember 2014 um CHF 4.9 Mio. von CHF 10'723.4 Mio. auf CHF 10'718.5 Mio. Die latenten Steuerforderungen erhöhten sich durch die Anpassung um CHF 0.4 Mio. per 1. Januar 2014 beziehungsweise um CHF 0.5 Mio. per 31. Dezember 2014. Die Aktiven per 1. Januar 2014 reduzieren sich um CHF 3.9 Mio. beziehungsweise um CHF 4.4 Mio. per 31. Dezember 2014. Das den Aktionären der LLB zustehende Eigenkapital per 1. Januar 2014 verringerte sich von CHF 1'662.9 Mio. um CHF 3.9 Mio. auf CHF 1'659.1 Mio., per 31. Dezember 2014 reduzierte es sich um CHF 4.4 Mio. auf CHF 1'647.7 Mio. Das Konzernergebnis 2014 reduziert sich durch das Restatement um CHF 0.5 Mio. von CHF 72.6 Mio. auf CHF 72.1 Mio. und betrifft ausschliesslich die Position Erfolg Handelsgeschäft sowie die Steuern. Das unverwässerte beziehungsweise verwässerte Ergebnis pro Aktie verschlechtert sich für 2014 um CHF 0.02.

Weitere Grundlagen der Abschlusserstellung

Der Konzernabschluss wurde – mit Ausnahme der Neubewertung von einigen finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten – auf der Basis der historischen Anschaffungs- oder Herstellungskosten erstellt.

Im Rahmen der strategischen Initiative Focus2015 erfolgte die Veräusserung der Gruppengesellschaft swisspartners Investment Network AG, Zürich, und all ihrer Tochtergesellschaften (swisspartners Gruppe), die per 1. Januar 2015 aus dem Konsolidierungskreis der LLB-Gruppe ausschied. In der Folge reduzierten sich die Kundenvermögen der LLB-Gruppe um CHF 3.3 Mia. und die Bilanzsumme um CHF 1.3 Mia., dies im Wesentlichen aufgrund von Finanzanlagen und finanziellen Verpflichtungen sowie Verpflichtungen aus Versicherungsverträgen. Die Jahresrechnung 2015 der LLB-Gruppe beinhaltet – bedingt durch die Veräusserung – keine Vermögenswerte, Schulden, Erträge oder Aufwendungen der swisspartners Gruppe.

Zahlreiche neue IFRS-Standards sowie Überarbeitungen und Interpretationen von bestehenden IFRS-Standards, welche für die Geschäftsjahre beginnend am 1. Januar 2015 oder später anzuwenden sind, wurden publiziert. Die folgenden neuen oder geänderten IFRS-Standards beziehungsweise Interpretationen sind für die LLB-Gruppe von Bedeutung:

  • IAS 19 «Leistungen an Arbeitnehmer» – Im November 2013 hat das IASB die Änderung betreffend Risk Sharing mit Inkrafttreten per 1. Juli 2014 veröffentlicht. Die Änderung beinhaltet die Klarstellung bezüglich der Bilanzierung von Beiträgen von Arbeitnehmern, die in der Ausgestaltung eines leistungsorientierten Plans spezifiziert werden. Die arbeitszeitbezogenen Beiträge sind den Dienstleistungsperioden als negativer Ertrag zuzurechnen beziehungsweise es können jene Beiträge, die allein mit der Leistung des Arbeitsnehmers in der Periode verknüpft sind, in der sie erbracht werden, als eine Reduzierung der Kosten der kurzfristig fälligen Leistungen an Arbeitnehmer angesehen werden. Die Übernahme der Änderungen hat keine wesentlichen Auswirkungen auf den Vorsorgeaufwand der Konzernrechnung der LLB-Gruppe. In der Eröffnungsbilanz per 1. Januar 2014 erfolgte die einmalige Erhöhung der Vorsorgeverpflichtungen um CHF 8.1 Mio., welche von CHF 448.4 Mio. auf CHF 456.6 Mio. stiegen. Diese wurde erfolgsneutral über das Eigenkapital gebildet, welches sich um CHF 7.1 Mio., davon CHF 6.8 Mio. in den sonstigen Reserven und CHF 0.3 Mio. in den Minderheiten, reduzierte. Die latenten Steuerforderungen erhöhten sich durch die Anpassung um CHF 1.0 Mio. Die Anpassung hat weder einen Einfluss auf die Bilanzsumme noch auf das Konzernergebnis oder das unverwässerte beziehungsweise verwässerte Ergebnis pro Aktie, das den Aktionären der LLB zusteht. Für weitere Details wird auf die Anmerkung 41 verwiesen.
  • IFRS 9 «Finanzinstrumente» – Der IFRS 9 ist in die drei Phasen Klassierung und Bewertung, Wertminderungen (Impairment) sowie Hedge Accounting gegliedert. Die Klassierung und Bewertung von Finanzinstrumenten erfolgt aufgrund des Geschäftsmodells der Bank für die Bewirtschaftung der Finanzinstrumente sowie der Cash-Flow-Charakteristika (SPPI-Kriterien) des Finanzinstruments. Die Finanzinstrumente werden im Geschäftsmodell «Halten» klassiert und zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert, wenn der Zweck dieser Finanzinstrumente das Generieren von Zinserträgen und die Vereinnahmung des Nominalbetrags bei Fälligkeit darstellt. Befinden sich Finanzinstrumente aus Liquiditätsmanagementgründen, das heisst zum Zweck des Haltens sowie des Verkaufs, im Depot, so sind diese Instrumente als «at fair value through OCI» zu klassieren. Gewinne und Verluste aus diesem Geschäftsmodell werden über die Gesamtergebnisrechnung beziehungsweise das Eigenkapital verbucht. Gemäss IFRS 9 sind Wertminderungen frühzeitig zu erfassen («expected loss model»). Die Höhe einer Wertminderung bestimmt sich anhand der Zuordnung des Finanzinstruments in eine der drei folgenden Stufen: In der Stufe 1 liegen keine signifikanten Verschlechterungen in der Kreditqualität vor und es sind Wertminderungen in Höhe des Barwerts eines erwarteten 12-Monats-Verlusts erfolgswirksam zu erfassen. Liegt kein objektiver Hinweis auf eine Wertminderung, jedoch eine deutliche Erhöhung des Ausfallrisikos vor, ist die Wertminderung bis zur Höhe der erwarteten Verluste über die gesamte Restlaufzeit erfolgswirksam zu erfassen (Stufe 2). In der Stufe 3 hat ein objektiver Hinweis auf eine Wertminderung vorzuliegen und es ist eine Einzelwertberichtigung («lifetime expected loss») für das Finanzinstrument zu erfassen. Diese drei Stufen sind an jedem Bilanzstichtag zu prüfen. Weiter regelt IFRS 9 das Hedge Accounting, wobei insbesondere eine Vereinheitlichung des Risk Management und des Accounting angestrebt wird. Das Accounting hat durch das Risk Management bestimmte Absicherungen in den Büchern abzubilden. Der neue Standard tritt per 1. Januar 2018 in Kraft. Das Vorjahr ist nicht anzupassen. Die erstmaligen Anpassungen erfolgen über das Eröffnungseigenkapital per 1. Januar 2018. Gegenwärtig werden die Auswirkungen auf die Konzernrechnung der LLB-Gruppe analysiert.
  • IFRS 15 «Erlöse aus Verträgen mit Kunden» – Das IASB hat zusammen mit dem FASB im Mai 2014 neue Vorschriften zur Umsatzrealisierung veröffentlicht, welche die bestehenden Regelungen von US-GAAP und IFRS zur Erfassung von Umsatzerlösen vollständig ersetzen. Die Erfassung von Umsatzerlösen besteht in der Abbildung der Lieferung von Gütern oder in der Erbringung von Dienstleistungen an den Kunden mit einem Betrag, welcher der Gegenleistung entspricht, die das Unternehmen im Tausch für diese Güter oder Dienstleistungen voraussichtlich erhalten wird. IFRS 15 enthält ein 5-Schritte-Modell zur Ermittlung der Umsatzerlöse, wobei die Art der Transaktion oder der Branche des Unternehmens irrelevant ist. Der Standard sieht zusätzliche Offenlegungen vor. Der neue Standard tritt per 1. Januar 2018 in Kraft. Gegenwärtig werden die Auswirkungen auf die Konzernrechnung der LLB-Gruppe analysiert.
  • IFRS 16 «Leasing» – Der neue Standard regelt die Bilanzierung und Offenlegung von Leasingverhältnissen. Als Leasingverhältnis ist ein Vertrag definiert, der das Recht auf Nutzung eines Vermögenswertes für einen vereinbarten Zeitraum gegen Entgelt überträgt. Dies können zum Beispiel Mieten für Räume oder Maschinen sein. Der IFRS 16 enthält keine materiellen Schwellenwerte, ab wann ein Leasingverhältnis als Vermögenswert zu erfassen ist. Es sind grundsätzlich alle wesentlichen Leasingverhältnisse zu bilanzieren. Daraus resultiert eine Bilanzverlängerung, was sich grundsätzlich negativ auf die regulatorisch erforderlichen Eigenmittel sowie auf die entsprechenden regulatorischen Kennzahlen, wie die Tier 1 Ratio, auswirkt. Der Standard tritt per 1. Januar 2019 in Kraft. Gegenwärtig werden die Auswirkungen auf die Konzernrechnung der LLB-Gruppe analysiert.
  • Disclosure Initiative des IASB – Das IASB hat ein Projekt bezüglich der Verbesserung der Offenlegung von IFRS-Abschlüssen gestartet. Dieses sieht eine grundlegende Überarbeitung von IAS 1 («Darstellung des Abschlusses»), IAS 7 («Kapitalflussrechnung») und IAS 8 («Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden, Änderungen von Schätzungen und Fehler») vor. Weiter soll eine allgemeine Überarbeitung der Anhangvorschriften von neuen beziehungsweise in bestehenden Standards erfolgen. Dadurch soll die Wesentlichkeit der Offenlegungen, wie Relevanz und Nutzen der Informationen für den Bilanzleser sowie vermehrt unternehmensspezifischere Angaben, in der Jahresrechnung verbessert werden.

Im Rahmen der jährlichen Anpassungen hat das IASB weitere Verbesserungen (Annual Improvements to IFRS 2012 – 2014 Cycle) publiziert, die grundsätzlich alle per 1. Januar 2016 in Kraft traten. Die LLB untersucht derzeit den Einfluss auf die Konzernrechnung.

Schätzungen zur Erstellung der Konzernrechnung

Das Management muss bei der Erstellung der Konzernrechnung gemäss IFRS Schätzungen und Annahmen treffen. Dies kann sich auf einzelne Positionen im Ertrag und Aufwand, auf Aktiven und Verpflichtungen sowie auf die Offenlegung von Eventualforderungen und -verpflichtungen auswirken. Die Verwendung von per Bilanzstichtag der LLB vorliegenden Informationen und Annahmen ist für die Schätzung von einzelnen Positionen unerlässlich. Die tatsächlich eintretenden Ereignisse in der Zukunft können sich von der Schätzung deutlich unterscheiden. Dies kann zu wesentlichen Veränderungen in der Konzernrechnung führen.

Die IFRS enthalten Richtlinien, die von der LLB-Gruppe bei der Erstellung der konsolidierten Jahresrechnung Annahmen und Schätzungen erfordern. Goodwill, immaterielle Anlagen, Vorsorgepläne und Fair-Value-Bestimmungen für Finanzinstrumente sind Bereiche mit höheren Beurteilungsspielräumen, bei denen Annahmen und Schätzungen von entscheidender Bedeutung für den Konzernabschluss sind. Erläuterungen dazu sind unter Anmerkung 19, Anmerkung 36 und Anmerkung 41 aufgeführt.

2.2 Konsolidierungsgrundsätze

Die Darstellung der Konzernrechnung richtet sich nach der wirtschaftlichen Betrachtungsweise. Der Konsolidierungszeitraum entspricht dem jeweiligen Kalenderjahr. Bei allen konsolidierten Gesellschaften ist das Geschäftsjahr mit dem Kalenderjahr identisch. Lediglich die LLB Invest AGmvK und die LLB Qualified Investors AGmvK haben ein abweichendes Geschäftsjahr, was aber für die Erstellung der konsolidierten Jahresrechnung unwesentlich ist. Als Berichtswährung der LLB-Gruppe dient der Schweizer Franken (CHF), die Währung des Landes, in dem die LLB AG ihren Sitz hat.

Tochtergesellschaften

Die konsolidierte Rechnung umfasst die Abschlüsse der Liechtensteinischen Landesbank AG und ihrer Tochtergesellschaften. Gruppengesellschaften, an denen die Liechtensteinische Landesbank AG direkt oder indirekt die Stimmenmehrheit besitzt oder an denen sie auf andere Weise die Kontrolle ausübt, werden voll konsolidiert. Erworbene Tochtergesellschaften werden ab dem Zeitpunkt konsolidiert, an dem die Kontrolle auf die Liechtensteinische Landesbank AG übergeht, und ab dem Zeitpunkt entkonsolidiert, an dem die Kontrolle endet.

Die Kapitalkonsolidierung erfolgt nach der Erwerbsmethode. Die Auswirkungen konzerninterner Transaktionen und Salden werden bei der Erstellung der Konzernrechnung eliminiert. Transaktionen mit Minderheiten werden im Eigenkapital verbucht.

Das den Minderheiten zurechenbare Eigenkapital wird in der Konzernbilanz getrennt von dem den Aktionären der LLB zurechenbaren Eigenkapital im Eigenkapital erfasst. Das den Minderheiten zurechenbare Konzernergebnis wird in der konsolidierten Erfolgsrechnung separat ausgewiesen.

Beteiligung an Joint Ventures

Joint Ventures – Gesellschaften, an denen die LLB zu 50 Prozent beteiligt ist – werden nach der Equity-Methode bilanziert.

Änderungen im Konsolidierungskreis

Bedingt durch die Veräusserung der swisspartners Investment Network AG, Zürich, ist diese mit all ihren Tochtergesellschaften (swisspartners Gruppe) per 1. Januar 2015 aus dem Konsolidierungskreis der LLB-Gruppe ausgeschieden.

Die LLB Fondsleitung AG und die LLB Fund Services AG, beide mit Sitz in Vaduz, haben per 1. Januar 2015 fusioniert und fungieren neu gemeinsam unter dem Namen der LLB Fund Services AG.

Die Milfolium Management Inc. mit Sitz in Tortola, BVI, wurde liquidiert und ist per 30. Juni 2015 aus dem Konsolidierungskreis ausgeschieden.

2.3 Allgemeine Grundsätze

Erfassung der Geschäfte

Käufe und Verkäufe von Handelsbeständen, derivativen Finanzinstrumenten und Finanzanlagen werden am Abschlusstag verbucht. Forderungen, einschliesslich Kundenausleihungen, werden im Zeitpunkt erfasst, in dem die Mittel an den Schuldner fliessen.

Abgrenzung der Erträge

Erträge aus Dienstleistungen werden erfasst, wenn diese erbracht wurden. Vermögensverwaltungsgebühren, Depotgebühren und ähnliche Erträge werden anteilsmässig während der Dauer der Dienstleistung erfasst. Zinsen werden nach der effektiven Zinsmethode erfasst. Dividenden werden mit der Entstehung des Rechtsanspruchs erfasst.

Inland versus Ausland

Unter «Inland» wird neben dem Fürstentum Liechtenstein die Schweiz miteinbezogen.

2.4 Fremdwährungsumrechnung

Funktionale Währung und Berichtswährung

Die im Abschluss jedes Konzernunternehmens enthaltenen Posten werden auf Basis derjenigen Währung bewertet, die der Währung des primären wirtschaftlichen Umfeldes, in dem das Unternehmen operiert, entspricht (funktionale Währung).

Der Konzernabschluss ist in Schweizer Franken ausgewiesen und stellt sowohl die funktionale Währung als auch die Berichtswährung der LLB-Gruppe dar.

Gruppengesellschaften

Gruppengesellschaften, die in einer von der Konzernwährung abweichenden funktionalen Währung bilanzieren, werden wie folgt umgerechnet: Aktiven und Verbindlichkeiten werden zu den Bilanzstichtagskursen umgerechnet, die Positionen der Erfolgsrechnung und der Mittelflussrechnung zum Durchschnittskurs der Periode. Alle sich daraus ergebenden Umrechnungsdifferenzen werden als separate Posten im Eigenkapital beziehungsweise im sonstigen Gesamtergebnis erfasst.

Transaktionen und Salden

Fremdwährungstransaktionen werden mit den Wechselkursen zum Transaktionszeitpunkt in die funktionale Währung umgerechnet. Am Bilanzstichtag werden Aktiven und Passiven in Fremdwährungen zu den Stichtagskursen umgerechnet. Die aus der Bewertung resultierenden Kurserfolge werden erfolgswirksam verbucht. Für die Währungsumrechnung wurden folgende Kurse verwendet:

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Stichtagskurs

31.12.2015

31.12.2014

1 USD

0.9989

0.9914

1 EUR

1.0871

1.2024

1 GBP

1.4783

1.5427

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Durchschnittskurs

2015

2014

1 USD

0.9672

0.9173

1 EUR

1.0751

1.2136

1 GBP

1.4772

1.5084

2.5 Zahlungsmittelbestand

Der Zahlungsmittelbestand umfasst die flüssigen Mittel (Bargeld, Postscheckguthaben und Giro- beziehungsweise Sichtguthaben bei der Schweizerischen Nationalbank und ausländischen Notenbanken sowie Clearing-Guthaben bei anerkannten Girozentralen und Clearing-Banken), Forderungen aus Geldmarktpapieren mit einer Ursprungslaufzeit von weniger als drei Monaten sowie Forderungen gegenüber Banken (täglich fällig).

2.6 Forderungen gegenüber Banken und Kundenausleihungen

Forderungen gegenüber Banken und Kundenausleihungen werden bei erstmaliger Erfassung zu effektiven Kosten bewertet, was dem Fair Value bei Gewährung entspricht. Die Folgebewertung erfolgt zu amortisierten Kosten, wobei die Effektivzinsmethode angewendet wird.

Zinsen auf Forderungen gegenüber Banken und Kundenausleihungen werden periodengerecht abgegrenzt und nach der Effektivzinsmethode unter dem Zinsertrag ausgewiesen.

Grundsätzlich gewährt die LLB-Gruppe Ausleihungen nur auf gedeckter Basis beziehungsweise nur an Gegenparteien mit sehr hoher Bonität.

Eine Ausleihung wird als wertbeeinträchtigt erachtet, wenn die Wahrscheinlichkeit besteht, dass nicht der gesamte gemäss Vertrag geschuldete Betrag einbringbar ist. Ursachen für eine Wertminderung sind gegenparteien- oder länderspezifischer Natur. Hinweise für eine Wertminderung sind:

  • finanzielle Schwierigkeiten des Schuldners;
  • Vertragsbruch wie beispielsweise ein Ausfall oder Verzug von Zins- oder Tilgungszahlungen;
  • erhöhte Wahrscheinlichkeit, dass der Kreditnehmer in Insolvenz oder ein sonstiges Sanierungsverfahren geht;
  • volkswirtschaftliche oder regionale wirtschaftliche Bedingungen, die mit Ausfällen bei den Vermögenswerten der Gruppe korrelieren.

Die Höhe der Wertminderung bemisst sich als Differenz zwischen dem Buchwert der Forderung und dem Barwert der geschätzten zukünftigen Cash Flows aus dieser Forderung, diskontiert mit dem Effektivzinssatz. Eine Wertberichtigung für Kreditrisiken wird in der Bilanz als Herabsetzung des Buchwerts einer Forderung erfasst. Für Ausserbilanzpositionen, wie eine feste Zusage, wird dagegen eine Rückstellung für Kreditrisiken ausgewiesen. Die Wertminderungen werden erfolgswirksam erfasst.

2.7 Forderungen und Verpflichtungen aus Versicherungsverträgen

Einzelne Tochtergesellschaften der swisspartners-Gruppe, welche veräussert wurden und per 1. Januar 2015 aus dem Konsolidierungskreis der LLB-Gruppe ausgeschieden sind, bieten fondsgebundene Lebensversicherungsprodukte an. Bei diesen Versicherungsprodukten handelt es sich hauptsächlich um fondsgebundene Lebensversicherungen mit Todesfalldeckung gegen Einmaleinlagen und um fondsgebundene Rentenversicherungen. Die Versicherungsprodukte enthalten keine Überschussbeteiligung. Zur Ermittlung der Rückstellungen für Versicherungsleistungen aus segregierten Portfolioverträgen wird ein Sterblichkeitsrisiko im Umfang der Nettorisikosumme zugrunde gelegt. Die Nettorisikosumme ist die Differenz zwischen der Versicherungsleistung im Todesfall und dem Fair Value der Deckung des segregierten Portfolios. Basierend auf dem Sterblichkeitsrisiko sowie den Vorgaben des externen Aktuars und nach Berücksichtigung des Nettobetrags für alle Lebensversicherungen wird die Rückstellung für die Sterblichkeit ermittelt. An jedem Bilanzstichtag erfolgt eine Überprüfung der Rückstellung. Neu zu bildende Rückstellungen werden umgehend erfolgswirksam verbucht.

Die Forderungen und Verpflichtungen aus Versicherungsverträgen werden zum Fair Value bewertet. Die Forderungen werden auf der Aktivseite den entsprechenden Bilanzpositionen beziehungsweise im Wesentlichen den Finanzanlagen, zum Fair Value bewertet zugeordnet. Auf der Passivseite werden die Verpflichtungen in den Positionen Verpflichtungen aus Versicherungsverträgen» und Finanzielle Verpflichtungen, zum Fair Value bewertet ausgewiesen. Veränderungen der Fair Values und der Prämieneinnahmen sowie der versicherungsmathematischen Rückstellungen werden im Erfolg Dienstleistungs- und Kommissionsgeschäft in der Position Erfolg Versicherungsgeschäft ausgewiesen.

Die finanziellen Verpflichtungen werden zum Fair Value bewertet, da die korrespondierenden Aktiven ebenfalls zum Fair Value bewertet sind und somit ein «Accounting Mismatch» verhindert wird.

2.8 Handelsbestände

Die Handelsbestände setzen sich aus Aktien, Anleihen und strukturierten Produkten zusammen. Zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Vermögenswerte werden zum Fair Value bewertet. Short-Positionen in Wertschriften werden als Verpflichtungen aus Handelsbeständen zum Fair Value ausgewiesen. Realisierte und unrealisierte Gewinne und Verluste sowie Zinsen und Dividenden werden im Erfolg Handelsgeschäft erfasst.

Die Fair Values kotierter Anteile bemessen sich nach dem aktuellen Angebotspreis. Wenn für finanzielle Vermögenswerte kein aktiver Markt besteht oder es sich um nicht kotierte Vermögenswerte handelt, werden die Fair Values mittels geeigneter Bewertungsmethoden (siehe 2.10 «Finanzanlagen») ermittelt.

2.9 Derivative Finanzinstrumente und Absicherungsgeschäfte

Derivative Finanzinstrumente werden als positive und negative Wiederbeschaffungswerte, was dem Fair Value entspricht, bewertet und in der Bilanz ausgewiesen. Der Fair Value wird aufgrund von Börsennotierungen ermittelt; falls keine solchen vorhanden sind, werden Bewertungsmodelle herangezogen. Fair-Value-Veränderungen von derivativen Finanzinstrumenten zu Handelszwecken werden im Erfolg Handelsgeschäft erfasst.

Absicherungsgeschäfte

Im Geschäftsjahr 2015 hat die LLB-Gruppe Hedge Accounting eingeführt.

Derivative Finanzinstrumente werden innerhalb der LLB-Gruppe im Rahmen des Risikomanagements im Wesentlichen zur Steuerung von Zins- und Fremdwährungsrisiken eingesetzt. Bestimmte Derivatgeschäfte stellen zwar wirtschaftlich gesehen Absicherungsgeschäfte dar und stehen im Einklang mit den Risikomanagement-Grundsätzen der LLB-Gruppe, erfüllen aber aufgrund der strengen und spezifischen IFRS-Richtlinien nicht die Kriterien, um buchhalterisch als Absicherungsgeschäfte behandelt zu werden. Wertveränderungen werden in der entsprechenden Periode im Erfolg Handelsgeschäft erfasst. Wenn jedoch bestimmte derivative Finanzinstrumente beziehungsweise Derivatgeschäfte diese spezifischen Kriterien erfüllen, können sie als Absicherungsinstrumente (Hedge Accounting) eingestuft werden.

Die LLB-Gruppe wendet Fair Value Hedge Accounting für Zinsänderungsrisiken auf Instrumente mit fixer Zinsbindung an. Dabei werden Zinssatzswaps zur Absicherung der Marktschwankungen der Instrumente mit fixer Zinsbindung (Umwandlung des fixen in variablen Zinssatz) eingesetzt. Die Fair-Value-Veränderung der derivativen Finanzinstrumente wird in der Erfolgsrechnung in der gleichen Position ausgewiesen wie die entsprechende Fair-Value-Veränderung des gesicherten Grundgeschäfts, sofern diese Änderung dem abgesicherten Risiko entspricht. Die Fair-Value-Veränderungen werden im «Übrigen Zinsaufwand» ausgewiesen. Bei der Absicherung von Zinsrisiken auf Portfolioebene wird die Fair-Value-Veränderung des gesicherten Grundgeschäfts in der gleichen Bilanzposition wie das Grundgeschäft erfasst.

Wird Fair Value Hedge Accounting aus anderen Gründen als der Ausbuchung des gesicherten Grundgeschäfts eingestellt, wird der Betrag, welcher unter der gleichen Bilanzposition wie das Grundgeschäft ausgewiesen ist, über die Restlaufzeit des gesicherten Grundgeschäfts erfolgswirksam amortisiert.

Sobald ein Finanzinstrument als Absicherungsbeziehung eingestuft wird beziehungsweise das Absicherungsinstrument die Kriterien erfüllt, wird formal die Beziehung zwischen dem Absicherungsinstrument und dem gesicherten Grundgeschäft dokumentiert. Dies gilt auch hinsichtlich der Risikomanagementziele und -strategien für die Absicherungstransaktion sowie der Methoden zur Beurteilung der Wirksamkeit beziehungsweise der Effektivität der Sicherungsbeziehung. Folglich wird sowohl beim erstmaligen Ansatz der Absicherung als auch während der Laufzeit beurteilt, ob das Absicherungsinstrument als «in hohem Masse wirksam» eingeschätzt wird. Unter «wirksam» wird die Fähigkeit des Absicherungsinstrumentes verstanden, Veränderungen des Fair Value, welche sich aus dem mit dem Risiko des abgesicherten Grundgeschäfts ergeben, auszugleichen. Als «in hohem Masse wirksam» gilt eine Absicherung, wenn a) die Absicherung sowohl beim erstmaligen Ansatz als auch während der gesamten Laufzeit als in hohem Masse als wirksam eingeschätzt wird und b) die tatsächlichen Ergebnisse aus der Absicherung in einer Bandbreite von 80 Prozent bis 125 Prozent liegen. Inwieweit sich die Veränderung des Fair Value des Absicherungsgeschäfts von der Veränderung des Fair Value des abgesicherten Grundgeschäfts unterscheidet, das dem abgesicherten Risiko zugeordnet wird, bestimmt die Unwirksamkeit beziehungsweise die Ineffektivität der Absicherungstransaktion. Die Ineffektivität wird in der Erfolgsrechnung im Erfolg Handelsgeschäft erfasst.

2.10 Finanzanlagen

Die Finanzanlagen können gemäss IFRS in verschiedene Kategorien unterteilt werden. Die Klassifizierung hängt vom jeweiligen Zweck ab, für den die Finanzanlagen erworben wurden. Das Management der LLB-Gruppe bestimmt die Klassifizierung der Finanzanlagen beim erstmaligen Ansatz. Im Geschäftsjahr 2015 wie auch im Geschäftsjahr 2014 wurden Finanzanlagen der Kategorie «Finanzieller Vermögenswert erfolgswirksam zum Fair Value» wie auch der Kategorie «Zur Veräusserung verfügbare finanzielle Vermögenswerte» zugeordnet. Bei der Kategorie «Finanzieller Vermögenswert erfolgswirksam zum Fair Value» werden sämtliche Wertveränderungen in der Erfolgsrechnung erfasst. Bei der Kategorie «Zur Veräusserung verfügbare finanzielle Vermögenswerte» werden sämtliche Wertveränderungen im sonstigen Gesamtergebnis erfasst.

Die Designation der Finanzanlagen ist in Übereinstimmung mit der Investitionsstrategie. Die Titel werden auf einer Fair-Value-Basis bewirtschaftet und deren Performance entsprechend evaluiert. Die Mitglieder der Gruppenleitung erhalten die entsprechenden Informationen.

Finanzieller Vermögenswert, erfolgswirksam zum Fair Value bewertet

Die finanziellen Vermögenswerte werden zum Fair Value bilanziert. Nicht realisierte Gewinne oder Verluste abzüglich der zugehörigen Transaktionskosten werden im Erfolg aus Finanzanlagen, erfolgswirksam zum Fair Value bewertet, verbucht. Der Fair Value kotierter Anteile bemisst sich nach dem aktuellen Angebotspreis. Wenn für finanzielle Vermögenswerte kein aktiver Markt besteht oder es sich um nicht kotierte Vermögenswerte handelt, wird der Fair Value anhand geeigneter Bewertungsmethoden ermittelt. Diese umfassen: Bezugnahmen auf kürzlich stattgefundene Transaktionen zwischen unabhängigen Geschäftspartnern; die Verwendung aktueller Marktpreise anderer Vermögenswerte, die im Wesentlichen dem betrachteten Vermögenswert ähnlich sind; das Discounted-Cash-Flow-Verfahren; externe Preismodelle, welche die speziellen Umstände des Emittenten berücksichtigen. Siehe hierzu auch Anmerkung 36.

Zinsen- und Dividendenerträge der Finanzanlagen werden im Erfolg aus Finanzanlagen, erfolgswirksam zum Fair Value bewertet, erfasst. Zinsen werden periodengerecht abgegrenzt.

Zur Veräusserung verfügbare finanzielle Vermögenswerte

Finanzielle Vermögenswerte, die zur Veräusserung verfügbar sind, werden zum Fair Value bilanziert. Wertveränderungen, wie nicht realisierte Gewinne oder Verluste, werden im sonstigen Gesamtergebnis verbucht. Der Fair Value dieser finanziellen Vermögenswerte wird anhand kotierter Anteile bemessen. Sofern kein aktiver Markt besteht oder es sich um nicht kotierte Vermögenswerte handelt, wird der Fair Value anhand geeigneter Bewertungsmethoden analog den finanziellen Vermögenswerten erfolgswirksam zum Fair Value ermittelt. Siehe hierzu auch Anmerkung 36. Zinsen- und Dividendenerträge werden erfolgswirksam erfasst. Zinsen werden periodengerecht abgegrenzt.

2.11 Liegenschaften, als Finanzinvestitionen gehaltene Liegenschaften und übrige Sachanlagen

Liegenschaften werden zu Anschaffungskosten, vermindert um die betriebswirtschaftlich erforderlichen Abschreibungen, bilanziert. Bankgebäude sind Liegenschaften, die von der LLB-Gruppe zur Erbringung von Dienstleistungen oder zu administrativen Zwecken gehalten und genutzt werden, während als Finanzinvestitionen gehaltene Liegenschaften der Erwirtschaftung von Mieterträgen und / oder der Wertsteigerung dienen. Wenn eine Liegenschaft teilweise als Finanzinvestition dient, gilt für die Klassierung das Kriterium, ob die beiden Teile einzeln verkauft werden können. Als Finanzinvestitionen gehaltene Liegenschaften werden periodisch von externen Gutachtern bewertet. Veränderungen des Fair Value werden in der Erfolgsrechnung unter übriger Erfolg in der laufenden Periode erfasst. Ist ein Teilverkauf möglich, wird jeder Teilbereich entsprechend verbucht. Können die Teile nicht einzeln verkauft werden, wird die ganze Liegenschaft als Bankgebäude klassiert, es sei denn, der als Bankgebäude genutzte Teil ist unbedeutend.

Die übrigen Sachanlagen beinhalten Einrichtungen, Mobiliar, Maschinen und Informatikanlagen. Diese werden aktiviert und über die geschätzte Nutzungsdauer abgeschrieben.

Die Abschreibungen erfolgen linear über die geschätzte Nutzungsdauer:

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Liegenschaften

33 Jahre

Als Finanzinvestitionen gehaltene Liegenschaften

keine Abschreibung

Unbebautes Land

keine Abschreibung

Baunebenkosten

10 Jahre

Einrichtungen, Mobiliar, Maschinen

5 Jahre

Informatikanlagen

3 Jahre

Geringfügige Anschaffungen werden direkt dem Sachaufwand belastet. Unterhalts- und Renovationsaufwand werden in der Regel unter dem Sachaufwand verbucht. Wenn der Aufwand substanziell ist und zu einer Wertsteigerung beiträgt, erfolgt eine Aktivierung. Diese wird über die Nutzungsdauer abgeschrieben. Gewinne aus der Veräusserung von Sachanlagen werden als übriger Erfolg ausgewiesen. Verluste aus dem Verkauf führen zu zusätzlichen Abschreibungen auf dem Anlagevermögen.

Die Werthaltigkeit von Liegenschaften und übrigen Sachanlagen wird regelmässig, jedoch immer dann überprüft, wenn aufgrund von Ereignissen oder veränderten Umständen eine Überbewertung der Buchwerte möglich sein könnte. Ergibt sich bei der Überprüfung der Werthaltigkeit eine veränderte Nutzungsdauer oder eine Wertminderung, wird der Restbuchwert planmässig über die neu festgelegte Nutzungsdauer abgeschrieben oder es wird eine ausserplanmässige Abschreibung getätigt.

2.12 Zur Veräusserung gehaltene langfristige Vermögenswerte

Langfristige Vermögenswerte (oder Veräusserungsgruppen) werden als zur Veräusserung bestimmt, wenn der zugehörige Buchwert überwiegend durch ein Veräusserungsgeschäft und nicht durch fortgesetzte Nutzung realisiert wird. Damit dies der Fall ist, muss der Vermögenswert (oder die Veräusserungsgruppe) im gegenwärtigen Zustand zu Bedingungen, die für den Verkauf derartiger Vermögenswerte (oder Veräusserungsgruppen) gängig und üblich sind, sofort veräusserbar und eine solche Veräusserung höchstwahrscheinlich sein. Langfristige zur Veräusserung gehaltene Vermögenswerte und Veräusserungsgruppen werden zum niedrigeren Wert aus Buchwert und beizulegendem Zeitwert, abzüglich Verkaufskosten, bewertet, es sei denn, die in der Veräusserungsgruppe dargestellten Posten fallen nicht unter die Bewertungsregeln gemäss IFRS 5 Zur Veräusserung gehaltene langfristige Vermögenswerte und aufgegebene Geschäftsbereiche. Per 31. Dezember 2015 erfüllt keine Gesellschaft der LLB-Gruppe die Voraussetzung zur Klassifizierung der Vermögenswerte und Schulden als zur Veräusserung gehaltene langfristige Vermögenswerte gemäss IFRS 5.

2.13 Goodwill und andere immaterielle Anlagen

Der Goodwill entspricht der Differenz zwischen dem bezahlten Kaufpreis und dem per Akquisitionsdatum bestimmten Fair Value des identifizierbaren Nettovermögens einer von der LLB-Gruppe erworbenen Unternehmung. Übrige immaterielle Vermögenswerte enthalten separat identifizierbare immaterielle Werte, die aus Akquisitionen sowie gewissen gekauften Kundenwerten und Ähnlichem resultieren und über eine geschätzte Nutzungsdauer von zehn bis fünfzehn Jahren linear amortisiert werden. Goodwill und übrige immaterielle Vermögenswerte werden in der Bilanz zu Anschaffungskosten im Zeitpunkt der Akquisition aktiviert. An jedem Bilanzstichtag oder wenn Anzeichen bestehen, wird überprüft, ob es Anhaltspunkte für eine Wertbeeinträchtigung oder Änderung im geschätzten zukünftigen Nutzen gibt. Bestehen solche Anhaltspunkte, wird ermittelt, ob der Buchwert des Goodwill oder der übrigen immateriellen Vermögenswerte vollständig einbringbar ist. Übersteigt der Buchwert den realisierbaren Wert, wird eine Amortisation vorgenommen. Für die Ermittlung möglicher Wertminderungen auf dem Goodwill wird dieser den zahlungsmittelgenerierenden Einheiten («Cash Generating Units», CGUs) zugewiesen, das heisst den kleinsten identifizierbaren Gruppen von Vermögenswerten, die Mittelzuflüsse generieren, welche unabhängig von Mittelzuflüssen aus anderen Gruppen von Vermögenswerten sind. Generierte Mittelzuflüsse aus einer voneinander unabhängigen Gruppe von Vermögenswerten werden im Wesentlichen dadurch bestimmt, wie das Management die Unternehmenstätigkeit steuert. Das Management der LLB-Gruppe führt und steuert in Divisionen, sodass die zahlungsmittelgenerierenden Einheiten der Gruppe die Divisionen beziehungsweise Segmente darstellen. Entwicklungskosten für Software werden aktiviert, wenn sie bestimmte Kriterien bezüglich der Identifizierbarkeit erfüllen, wenn dem Unternehmen daraus wahrscheinlich zukünftige wirtschaftliche Erträge zufliessen und wenn die Kosten zuverlässig bestimmt werden können. Intern entwickelte Software, die diese Kriterien erfüllt, sowie gekaufte Software werden aktiviert und über drei bis zehn Jahre amortisiert. Siehe hierzu auch Anmerkung 19.

2.14 Steuern und latente Steuern

Die laufenden Gewinnsteuern werden auf Basis der anwendbaren Steuergesetze der einzelnen Länder berechnet und als Aufwand jener Rechnungsperiode erfasst, in welcher die entsprechenden Gewinne anfallen. In der Bilanz werden sie als Steuerverpflichtungen ausgewiesen. Die Steuereffekte aus temporären Differenzen aufgrund unterschiedlicher Bewertungen zwischen den in der Konzernbilanz gemäss IFRS ausgewiesenen Werten von Aktiven und Verpflichtungen und deren Steuerwerten werden als latente Steuerforderungen respektive latente Steuerverpflichtungen bilanziert. Latente Steuerforderungen beziehungsweise latente Steuerverpflichtungen aus zeitlichen Unterschieden oder aus steuerlich verrechenbaren Verlustvorträgen werden dann aktiviert, wenn es wahrscheinlich ist, dass genügend steuerbare Gewinne verfügbar sein werden, gegen welche diese Unterschiede respektive Verlustvorträge verrechnet werden können. Latente Steuerforderungen und Steuerverpflichtungen werden gemäss den Steuersätzen berechnet, die voraussichtlich in der Rechnungsperiode gelten, in der diese Steuerforderungen realisiert oder diese Steuerverpflichtungen beglichen werden.

Laufende und latente Steuern werden direkt dem Eigenkapital beziehungsweise dem sonstigen Gesamtergebnis gutgeschrieben oder belastet, wenn sich die Steuern auf Posten beziehen, die in der gleichen oder einer anderen Periode unmittelbar dem Eigenkapital gutgeschrieben oder belastet worden sind.

2.15 Ausgegebene Schuldtitel

Kassenobligationen werden zum Ausgabewert erfasst und zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. Bei Anleihen, die eine eingebettete Option zur Wandlung der Schuld in Aktien der LLB AG enthalten, werden eine Fremd- und eine Eigenkapitalkomponente ermittelt. Die Differenz zwischen dem Erlös aus der Ausgabe und dem Fair Value der Anleihe zum Zeitpunkt der Emission wird direkt im Eigenkapital verbucht. Der Fair Value des Fremdkapitalanteils zum Zeitpunkt der Emission wird auf Basis des Marktzinssatzes für vergleichbare Instrumente ohne Wandelrechte ermittelt. Danach wird er unter Anwendung der Effektivzinsmethode zu fortgeführten Anschaffungskosten ausgewiesen. Differenzen zwischen dem Erlös und dem Rückzahlungsbetrag werden erfolgswirksam über die Laufzeit der betreffenden Anleihe ausgewiesen. Die LLB-Gruppe verbucht in nachfolgenden Berichtsperioden keine Wertveränderungen der Eigenkapitalkomponente.

2.16 Leistungen an Arbeitnehmer

Personalvorsorge

Die LLB-Gruppe unterhält für die Mitarbeitenden in Liechtenstein und im Ausland Vorsorgeeinrichtungen, die gemäss IFRS als leistungsorientiert gelten. Daneben bestehen Pläne für Dienstjubiläen, die sich als andere langfristige Leistungen an Arbeitnehmer qualifizieren.

Bei leistungsorientierten Vorsorgeplänen werden die Periodenkosten durch Gutachten externer Experten bestimmt. Die Vorsorgeleistungen dieser Pläne basieren in der Regel auf den Versicherungsjahren, auf dem Alter, dem versicherten Gehalt und teilweise auf dem angesparten Kapital. Für leistungsorientierte Vorsorgepläne mit ausgeschiedenem Vermögen wird somit die Unter- oder Überdeckung des Barwerts der Ansprüche im Vergleich zum Vermögen, welches zu Marktwerten berechnet wird, zuzüglich oder abzüglich von später zu verrechnenden Beträgen aus Planänderungen, in der Bilanz als Verbindlichkeit oder Aktivposten ausgewiesen («Projected Unit Credit Method»). Ein Aktivposten wird nach den Vorgaben von IFRIC 14 berechnet.

Bei den Plänen ohne ausgesondertes Vermögen entspricht die in der Bilanz erfasste Verbindlichkeit dem Barwert der Ansprüche, zuzüglich oder abzüglich von später zu verrechnenden Beträgen aus Planänderungen.

Der Barwert der Ansprüche wird unter Anwendung der «Projected Unit Credit Method» berechnet. Bei der Berechnung werden die bis zum Bewertungsstichtag zurückgelegten Versicherungsjahre berücksichtigt.

Rückwirkende Leistungsverbesserungen durch Planänderungen werden als Aufwand verbucht. Soweit Anwartschaften sofort gewährt werden, wird der entsprechende Aufwand unmittelbar erfasst.

Variabler Lohnanteil sowie aktienbasierte Vergütungen

Für Zahlungen von variablen Lohnanteilen bestehen Reglemente. Die Bewertungsverfahren bei dem variablen Lohnanteil basieren auf der individuellen Zielerreichung. Führungskräfte erhalten einen Teil der Erfolgsbeteiligung in Form von Anwartschaften auf LLB-Aktien. Ausübungsbedingungen sind damit jedoch keine verbunden.

Die LLB-Gruppe passiviert in jenen Fällen eine Verpflichtung, in denen eine vertragliche Verpflichtung besteht oder sich aufgrund der Geschäftspraxis der Vergangenheit eine faktische Verpflichtung ergibt. Der Aufwand wird im Personalaufwand erfasst. Die in bar zu begleichende Verpflichtung wird unter übrige Verpflichtungen passiviert. Der mit LLB-Inhaberaktien beglichene Anteil wird im Eigenkapital erfasst. Die Anzahl der Aktien für die aktienbasierte Vergütung berechnet sich aus dem Durchschnittspreis des letzten Quartals des Geschäftsjahres.

2.17 Rückstellungen und Eventualverpflichtungen

Das gegenwärtige Geschäftsumfeld der LLB-Gruppe birgt sowohl erhöhte rechtliche als auch regulatorische Risiken. Aufgrund dessen ist die LLB-Gruppe in verschiedene rechtliche Verfahren involviert, deren finanzieller Einfluss auf die LLB-Gruppe – je nach Stand der entsprechenden Verfahren – schwierig abzuschätzen ist und die von vielen Unsicherheiten geprägt sind. Die LLB-Gruppe nimmt für laufende und drohende Verfahren Rückstellungen vor, sofern das Management nach rechtlicher Beurteilung der Auffassung ist, dass aus den Verfahren eine finanzielle Verpflichtung wahrscheinlich ist und die Höhe der Verpflichtung beziehungsweise Zahlung verlässlich abgeschätzt werden kann.

Für gewisse Verfahren, bei denen die Faktenlage nicht spezifisch ist, der Kläger den mutmasslichen Schaden nicht angegeben hat, erst ein früher Verfahrensstand erreicht ist oder fundierte und substanzielle Informationen fehlen, ist die LLB-Gruppe nicht in der Lage, die ungefähre finanzielle Verpflichtung verlässlich abzuschätzen. Bei rechtlichen Verfahren besteht zudem oft auch eine Verknüpfung genannter Faktoren, was eine Einschätzung der finanziellen Verpflichtung beziehungsweise Eventualverpflichtung für die LLB-Gruppe unmöglich macht. Würden dennoch Annahmen beziehungsweise Schätzungen hierzu getroffen und offengelegt, könnte dies die Position der LLB-Gruppe in einem mutmasslichen Verfahren erheblich beeinträchtigen.

Wenn nur eine mögliche Verpflichtung vorliegt, allerdings ein Vermögensabfluss durch das Management nicht als unwahrscheinlich erachtet wird, führt dies zu einer Eventualverpflichtung für die LLB-Gruppe, jedoch zu keiner Rückstellung. Die Höhe der Eventualverpflichtung resultiert aus der bestmöglichen Schätzung.

2.18 Wertberichtigungen für Kreditrisiken

Eine Wertberichtigung für Kreditrisiken wird in der LLB-Gruppe gebildet, sofern objektive Hinweise bestehen, dass die LLB nicht den vollen, gemäss den vertraglichen Bedingungen geschuldeten Kreditbetrag einbringen kann. Die LLB versteht als Kreditbetrag eine Ausleihung, eine Forderung oder eine feste Zusage wie ein Akkreditiv, eine Garantie oder ein anderes ähnliches Kreditprodukt. Objektive Hinweise sind beträchtliche finanzielle Schwierigkeiten des Kreditnehmers, ein Ausfall oder Verzug bei den Zins- oder Kapitalrückzahlungen oder die Wahrscheinlichkeit, dass der Schuldner den Kredit nicht mehr zurückzahlen kann. Eine Wertberichtigung wird separat in der Bilanz erfasst und reduziert den Buchwert der Forderung. Wertberichtigungen werden in der Erfolgsrechnung unter Wertberichtigung für Kreditrisiken» erfasst. Weitere Informationen siehe Kapitel «Risikomanagement» unter Punkt 3 «Kreditrisiken».

2.19 Eigene Aktien

Von der LLB-Gruppe gehaltene Aktien der Liechtensteinischen Landesbank AG sind zu Anschaffungskosten bewertet und als Reduktion des Eigenkapitals ausgewiesen. Die Differenz zwischen dem Verkaufserlös der eigenen Aktien und den entsprechenden Anschaffungskosten wird unter den Kapitalreserven ausgewiesen.

2.20 Securities-Lending- und -Borrowing-Geschäfte

Securities-Lending- und -Borrowing-Transaktionen werden grundsätzlich nur auf gedeckter Basis eingegangen, wobei überwiegend Wertschriften als Sicherheit entgegengenommen oder gegeben werden.

Ausgeliehene eigene Wertschriften bleiben im Handelsbestand oder in den Finanzanlagen, solange die Risiken und Chancen aus Eigentum über die Wertschriften nicht verloren gehen. Geborgte Wertschriften werden nicht bilanzwirksam erfasst, solange die Risiken und Chancen aus Eigentum über die Wertschriften beim Verleiher bleiben.

Erhaltene oder bezahlte Gebühren werden abgegrenzt und im Kommissionserfolg verbucht.

3 Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Es gab keine wesentlichen Ereignisse nach dem Bilanzstichtag, die zusätzliche Angaben oder eine Korrektur der konsolidierten Jahresrechnung 2015 erfordern würden.