Erfolgsrechnung

Der Geschäftsertrag verringerte sich um 8.3 Prozent auf CHF 313.2 Mio. (2014: CHF 341.5 Mio.). Auf vergleichbarer Vorjahresbasis wäre der Geschäftsertrag um 2.5 Prozent höher als im Vorjahr.

Der Erfolg aus dem Zinsengeschäft vor Wertberichtigungen für Kreditrisiken sank im Geschäftsjahr 2015 um 3.0 Prozent auf CHF 132.5 Mio. (2014: CHF 136.6 Mio.). Das Zinsengeschäft mit Kunden konnte gegenüber dem Vorjahr um 2.9 Prozent gesteigert werden. Die negativen Effekte im Zinsertrag, bedingt durch die Verlängerung von Festzinskrediten zu tieferen Konditionen, konnten mit gezieltem Wachstum, einer verbesserten Marge im Hypothekargeschäft und tieferen Refinanzierungskosten kompensiert werden. Aufgrund des Entscheids der SNB, Negativzinsen auf Guthaben zu belasten, sind die Marktzinsen Anfang des Geschäftsjahres 2015 ins Negative gerutscht. Die LLB-Gruppe ist gegenwärtig nicht direkt von den Negativzinsen betroffen, da sie stets unter der Freigrenze bei der SNB war. Sie bezahlt jedoch auf Zinsabsicherungsinstrumente und Gelder, die am Interbankenmarkt angelegt werden, teilweise Negativzinsen. Folglich entwickelte sich das Zinsengeschäft mit Banken rückläufig. Für das Geschäftsjahr 2015 wurden zulasten der Erfolgsrechnung Wertberichtigungen für Kreditrisiken im Umfang von netto CHF 6.0 Mio. (2014: CHF 1.8 Mio.) gebildet; sie konnten somit auf tiefem Niveau stabilisiert werden.

Der Erfolg aus dem Dienstleistungs- und Kommissionsgeschäft verringerte sich um 21.5 Prozent auf CHF 149.6 Mio. (2014: CHF 190.6 Mio.). Auf vergleichbarer Vorjahresbasis hätte der Erfolg aus dem Dienstleistungs- und Kommissionsgeschäft im Geschäftsjahr 2015 um 3.2 Prozent abgenommen. Die LLB-Gruppe ist seit über einem Jahr retrofrei und gibt konsequent alle Retrozessionen auf eigene Fonds sowie auf Drittfonds an die Kunden weiter. So haben sich die Erträge aus Retrozessionen erwartungsgemäss reduziert. Gleichzeitig hat die Aufhebung des Euro-Mindestkurses im Dienstleistungs- und Kommissionsgeschäft Spuren hinterlassen. Rund 50 Prozent der Kundenvermögen sind in Fremdwährungen angelegt. Die Abwertung dieser Fremdwährungen führte zu einem Rückgang der betreuten Kundenvermögen, was sich auch auf die bestandsabhängigen Erträge negativ auswirkte.

Der Erfolg aus dem Handelsgeschäft belief sich auf CHF 33.1 Mio. (2014: minus CHF 24.0 Mio.). Im aktuellen Geschäftsjahr betrug der stichtagsbezogene Bewertungsverlust bei den Zinsabsicherungsinstrumenten wegen der erneut gesunkenen Marktzinsen CHF 10.1 Mio. (2014: CHF minus 56.4 Mio.). Die mittel- und langfristigen Zinsen unterlagen in den letzten Geschäftsjahren grossen Schwankungen, was die Volatilität in der Erfolgsrechnung erhöhte. Die LLB-Gruppe hat Massnahmen ergriffen und 2015 Hedge Accounting (Fair Value Hedge) auf Zinssatzswaps eingeführt. Dadurch sind stichtagsbezogene Bewertungsverluste von als Hedge Accounting designierten Zinssatzswaps erfolgsneutral zu verbuchen. Der Kundenhandel mit Devisen, Valuten und Edelmetallen konnte gegenüber dem Vorjahr um 33.7 Prozent auf CHF 43.0 Mio. gesteigert werden. Die Zunahme ist auf ein hohes Devisenhandelsvolumen aufgrund der Aufhebung des Euro-Mindestkurses durch die SNB zurückzuführen.

Der Erfolg aus Finanzanlagen, zum Fair Value bewertet, belief sich auf minus CHF 0.7 Mio. (2014: plus CHF 36.3 Mio.). Als Folge der Marktturbulenzen resultierten Kursverluste in Höhe von CHF 18.8 Mio. (2014: plus CHF 20.6 Mio.). Zur Reduktion der Volatilität aus nicht realisierten Kurserfolgen bilanziert die LLB-Gruppe neu gekaufte Finanzanlagen als zur Veräusserung verfügbare finanzielle Vermögenswerte, wodurch die Wertveränderungen erfolgsneutral im sonstigen Gesamtergebnis verbucht werden. Die Einnahmen aus Zinsen und Dividenden überstiegen mit CHF 18.0 Mio. jene des Vorjahres um 15.1 Prozent.

Der übrige Erfolg betrug CHF 4.8 Mio. gegenüber CHF 3.7 Mio. im Vorjahr.

Geschäftsertrag 2015 (in Mio. CHF)

Geschäftsertrag 2015 (Balkendiagramm)

Der Geschäftsaufwand erreichte CHF 221.1 Mio. und lag um 18.4 Prozent beziehungsweise CHF 49.9 Mio. unter jenem des Vorjahres von CHF 271.0 Mio. Auf vergleichbarer Vorjahresbasis würde der Geschäftsaufwand für 2014 CHF 243.5 Mio. betragen. Dies entspräche für 2015 einer Abnahme von CHF 22.4 Mio. beziehungsweise 9.2 Prozent. Die im Rahmen von Focus2015 definierte Zielsetzung, den Geschäftsaufwand auf CHF 240 Mio. pro Jahr zu senken, hat die LLB-Gruppe Ende 2015 erreicht. Die Einsparungen der letzten Jahre sind Ausdruck des konsequenten Kostenmanagements und der anhaltenden Kostendisziplin der LLB-Gruppe.

Der Personalaufwand war mit CHF 123.8 Mio. um 24.5 Prozent geringer als im Vorjahr (2014: CHF 163.9 Mio.). Auch auf vergleichbarer Vorjahresbasis konnte der Personalaufwand um 12.0 Prozent gesenkt werden. Darin enthalten ist eine einmalige Reduktion der Vorsorgeverpflichtungen aus Plananpassungen von CHF 7.9 Mio. sowie eine einmalige Personalaufwandsminderung aus der Auflösung von Personalvorsorgeverpflichtungen im Zusammenhang mit der Schliessung der ehemaligen LLB (Schweiz) AG. Ebenfalls haben tiefere variable Vergütungen für das Geschäftsjahr zur Reduktion beigetragen. Per 31. Dezember 2015 hatte die LLB-Gruppe 816 Vollzeitstellen (31.12.2014: 893). Der Rückgang der Vollzeitstellen ist im Wesentlichen auf den Verkauf der swisspartners-Gruppe zurückzuführen.

Der Sachaufwand der LLB-Gruppe belief sich für das Geschäftsjahr 2015 auf CHF 63.7 Mio. (2014: CHF 74.8 Mio.) und verringerte sich somit um CHF 11.1 Mio. Auf vergleichbarer Vorjahresbasis nahm der Sachaufwand um 13.7 Prozent beziehungsweise CHF 10.1 Mio. ab. Dies ist auf tiefere Raumaufwendungen und Aufwendungen für IT-Systeme sowie geringere Aufwendungen für Rückstellungen für Rechts- und Prozessrisiken zurückzuführen.

Die Abschreibungen und Amortisationen erhöhten sich aufgrund einer einmaligen Wertminderung auf immateriellen Anlagen um 4.1 Prozent beziehungsweise CHF 1.4 Mio. auf CHF 33.7 Mio. (2014: CHF 32.3 Mio.).

Die Cost-Income-Ratio lag für 2015 bei 69.5 Prozent (2014: 78.3 %). Ohne Markteffekte, das heisst ohne Erfolg aus Zinssatzswaps und ohne Kurserfolge aus Finanzanlagen, betrug die Cost-Income-Ratio 63.7 Prozent (2014: 70.9 %).