Retail & Corporate Banking

Das Retail & Corporate Banking der LLB-Gruppe bietet die gesamte Bandbreite der Bank- und Finanzdienstleistungsgeschäfte für Privat- und Firmenkunden (siehe Kapitel «Retail & Corporate Banking»). Seit zehn Jahren spielt die LLB Vorsorgestiftung für Liechtenstein eine wichtige Rolle im liechtensteinischen Pensionskassenmarkt.

Traditionell eine grosse Bedeutung haben das Spar- und Hypothekargeschäft. Bei der LLB-Gruppe entfielen 87.2 Prozent (2014: 87.1 %) der Kundenausleihungen 2015 auf Hypothekarforderungen. Dies entspricht CHF 9.6 Mia. (2014: CHF 9.3 Mia.). Die LLB ist mit einem Marktanteil von rund 50 Prozent Marktführerin in Liechtenstein. Die Bank Linth ist in der Ost- und Nordostschweiz ein wichtiger Partner für Immobilienfinanzierungen. Das Hypothekargeschäft ist ihr wichtigster Geschäftszweig, er überschritt 2015 mit CHF 5.2 Mia. zum ersten Mal die Fünf-Milliarden-Grenze.

Immobilienmärkte

Liechtenstein

Die Entwicklung der Immobilien- und Hypothekarmärkte spielt in der Volkswirtschaft eine Schlüsselrolle. Wie die Finanzmarktaufsicht Liechtenstein (FMA) 2015 in ihrer Studie «Liechtensteiner Immobilien- und Hypothekarmarkt» ausführt, erreichte das Hypothekarkreditvolumen (inkl. Auslandshypotheken) Ende 2014 mit CHF 10.7 Mia. etwa 180 Prozent der Wirtschaftsleistung des Landes. Die FMA verstärkte in den letzten zwei Jahren die Risikokontrolle über das Hypothekarmarktgeschäft der Banken. Der Anstieg der Immobilienpreise hat sich inzwischen verlangsamt und die Bauaktivität hat an Dynamik verloren.

Schweiz

Die Preise für Wohneigentum liegen in der Schweiz teuerungsbereinigt auf dem gleichen Niveau wie am Höhepunkt der letzten Immobilienblase Anfang der 1990er Jahre. Die Banken sind seit 30. Juni 2014 aufgrund des antizyklischen Kapitalpuffers (AZP) verpflichtet, zusätzliche Eigenmittel von 2 Prozent der ausgegebenen Hypothekarkredite zur Finanzierung von Wohnliegenschaften in der Schweiz zu halten.

Risikobewusstes Wachstum

Die LLB-Gruppe sieht in Liechtenstein und in der Schweiz ein geringes Risiko für einen abrupten Preisrückgang. Wir gehen davon aus, dass der Immobilienmarkt attraktiv bleibt, erwarten aber ein langsameres und selektiveres Marktwachstum. Für nachhaltig profitables Wachstum setzen wir auf die Qualität des Hypothekarportfolios und ein sorgfältig auf Region und Objektart abgestimmtes risikobewusstes Wachstum. Zugleich halten wir an der konsequenten Absicherung der Zinsänderungsrisken fest. Wir sehen zurzeit vier grosse Entwicklungen, die sich angesichts historisch günstiger Finanzierungsmöglichkeiten in Verbindung mit steigenden Immobilienpreisen abzeichnen:

  • Massnahmen von Aufsichtsbehörden und Notenbanken tragen dazu bei, dass die Banken in Liechtenstein und in der Schweiz Kredite selektiver vergeben.
  • Die von der Schweizerischen Nationalbank eingeführten Negativzinsen haben zu leicht höheren Hypothekarzinsen geführt, was tendenziell dämpfend wirkt.
  • Anleger suchen durch verstärkte Investitionen in Immobilien nach Rendite, unter den Investoren sind zunehmend Pensionskassen und Versicherungen.
  • Versicherungen und Pensionkassen treten zugleich verstärkt als Anbieter auf dem Hypothekarmarkt auf. Dies verschärft den Wettbewerb.

Alle vier Faktoren zusammengenommen unterstützen das Wachstum der Immobilienmärkte in Liechtenstein und der Schweiz.

Pensionskassenmarkt Liechtenstein

Ein wichtiges Zukunftsthema ist die älter werdenden Gesellschaft. Damit gewinnt die berufliche Vorsorge, die im Kapitaldeckungsverfahren finanziert wird, an Bedeutung. Liechtenstein baut die Alterssicherung wie die Schweiz über das Drei-Säulen-Modell auf.

In Liechtenstein lassen sich Anpassungen an den demografischen Wandel und das anspruchsvolle wirtschaftliche Umfeld einfacher und flexibler vornehmen als in der Schweiz. Im März 2015 hat die liechtensteinische Regierung zudem eine Reform der beruflichen Vorsorge eingeleitet. Die Vorlage soll – zusammen mit der AHV-Revision – in 18 Monaten in Kraft treten. Liechtenstein will rechtzeitig den Herausforderungen begegnen, um eine stabile Altersvorsorge zu sichern.

LLB Vorsorgestiftung für Liechtenstein

2015 umfasste der Pensionskassenmarkt 25 Vorsorgeeinrichtungen. Die LLB Vorsorgestiftung für Liechtenstein ist eine starke Säule des liechtensteinischen Pensionskassenmarktes.

In den letzten zehn Jahren hat sich die LLB Vorsorgestiftung für Liechtenstein als Kompetenzzentrum etabliert. Als jüngste Pensionskasse des Landes belegt sie mit einem Marktanteil von 30 bis 40 Prozent Platz zwei unter den unabhängigen Sammelstiftungen.

Ende 2015 verwaltete sie CHF 501.9 Mio. Vorsorgekapital (2014: CHF 472 Mio.). Sie profitiert von der starken Investmentkompetenz der LLB-Gruppe. Die Vermögen werden nach dem Asset-Management-Ansatz der LLB verwaltet. Die Vorsorgestiftung betreute 356 (2014: 365) Unternehmen mit 4'510 (2014: 4'187) aktiv Versicherten. Die LLB Vorsorgestiftung ist eine der wenigen Pensionskassen, die ihren Mitgliedern zwei Anlagestrategien anbietet. Die Verzinsung des Vorsorgekapitals betrug 2015 für die Strategie «Konservativ» und für die Strategie «Dynamisch» 0.75 Prozent (2014: 3.0 % und 3.5 %).

2015 hat die LLB Vorsorgestiftung für Liechtenstein den technischen Zinssatz bei 2.75 Prozent belassen und wandelt die Altersguthaben bei der Pensionierung mit 64 Jahren mit einem Satz von 6.7 Prozent in eine Rente um (2014: 6.8 %). Die Vorsorgestiftung verfügt über eine sehr gute Versichertenstruktur: Einem Rentner stehen 27 aktiv Versicherte gegenüber (2014: 31 aktiv Versicherte).

Seit 30. Oktober 2008 ist die LLB Berufliche Vorsorge mit der Geschäftsführung für die Schweizer ALVOSO LLB Pensionskasse betraut. 2015 waren der ALVOSO 278 (2014: 255) Unternehmen mit 1'469 (2014: 1'455) Mitarbeitenden angeschlossen. Das Vorsorgekapital belief sich auf CHF238 Mio. (2014: CHF220 Mio.).