Wirtschaftliches Umfeld

International

Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat Anfang 2016 seine Erwartungen für das globale Wirtschaftswachstum erneut reduziert. Die Weltwirtschaft sei 2015 lediglich um 3.1 Prozent gewachsen und werde voraussichtlich auch 2016 nur um 3.4 Prozent und 2017 um 3.6 Prozent wachsen. Die grössten Wachstumsrisiken sieht der IWF in der Wachstumsverlangsamung in China, der geldpolitischen Straffung in den USA gepaart mit einem starken Dollar sowie in einer möglichen Eskalation der bestehenden geopolitischen Spannungen.

In den USA nahm die Wirtschaft 2015, breit abgestützt auf ein robustes Beschäftigungswachstum, höhere Löhne, Wohnbau und Unternehmensinvestitionen, real um 2.5 Prozent zu. In den kommenden Jahren wird ein vergleichsweise langsameres Wachstum von rund 2 Prozent erwartet.

Der «Volkswirtschaftsmonitor» der Finanzmarktaufsicht Liechtenstein (FMA) beobachtet eine fortgesetzte langsame Erholung der europäischen Wirtschaft, gestützt von niedrigeren Ölpreisen, der Abwertung des Euro und der weiterhin expansiven Geldpolitik.

Schweiz

Die Aufhebung des Euro-Mindestkurses durch die Schweizerische Nationalbank (SNB) am 15. Januar sowie die schwache Entwicklung des Welthandels und die etwas nachlassende Dynamik im Inland führten 2015 zu einer deutlichen Abkühlung der Konjunktur. Die Bauinvestitionen verzeichneten einen Rückgang. Der Aussenhandel entwickelte sich moderat positiv. Das Staatssekretariat für Wirtschaft SECO geht von einer langsamen Erholung der Wirtschaft aus. Für das Jahr 2015 wird ein BIP-Wachstum von 0.8 Prozent, für 2016 von 1.5 Prozent erwartet.

Liechtenstein

Die Aufwertung des Schweizer Frankens hat die konjunkturelle Entwicklung der liechtensteinischen Volkswirtschaft laut Amt für Statistik 2015 abgebremst. Die Warenexporte in europäische Länder und nach Asien gingen zurück, während die Warenexporte in die USA leicht zulegten. Insgesamt sanken die Exporte um 6.9 Prozent. Das Beschäftigungswachstum fiel nur noch gering aus. Die konjunkturellen Aussichten sind gedämpft.

Zinsen und Währungen

Die Finanzmärkte sind von einer zunehmend divergierenden Geldpolitik zwischen den USA und den anderen grossen Währungsräumen geprägt. Auf der einen Seite hat die US-Notenbank Fed im Dezember 2015 zum ersten Mal seit 2006 den Zins wieder leicht um 0.25 Prozentpunkte erhöht. Auf der anderen Seite setzten die Europäische Zentralbank (EZB) und die Schweizerische Nationalbank (SNB) ihre expansive Geldpolitik fort. Die Langfristzinsen sind weltweit weiterhin extrem tief. Diese Entwicklung spiegelte sich auch auf den Devisenmärkten wider: Der US-Dollar erstarkte, gleichzeitig werteten sich der Schweizer Franken und der Euro tendenziell ab.

Angesichts des verhaltenen Wirtschaftswachstums und der extrem tiefen Inflation hat die EZB im Dezember ihre Geldpolitik weiter gelockert. Zu den wichtigsten Massnahmen zählen einerseits die Senkung des bisher schon negativen Einlagezinssatzes von minus 0.2 Prozent auf neu minus 0.3 Prozent und andererseits die Verlängerung des Anleihekaufprogramms (Quantitative Easing, QE) im Umfang von monatlich EUR 60 Mia. bis mindestens März 2017.

Seit der Aufhebung des Euro-Mindestkurses stützt die SNB ihre Geldpolitik weiterhin auf zwei Pfeiler: Negativzinsen und gezielte Interventionen auf dem Devisenmarkt. Im Dezember hat die SNB entschieden, das Zielband für den Dreimonats-Libor zwischen minus 1.25 Prozent und minus 0.25 Prozent und den (Straf-)Zins auf die Sichteinlagen bei minus 0.75 Prozent zu belassen.

Aktienmärkte

2015 brachte den im Swiss Market Index (SMI) zusammengefassten 20 wichtigsten Aktien ein leichtes Minus von knapp 2 Prozent. Im internationalen Vergleich schnitt der SMI bescheiden ab. So zogen der DAX in Frankfurt und der französische CAC 40 um je rund 10 Prozent an, der japanische Nikkei um rund 9 Prozent und der Technologie-Index Nasdaq in den USA um etwa 8 Prozent. Schwächer als beim SMI war die Performance des britischen FTSE 100 in London (minus 4.0 %), während sich der Dow Jones Industrial mit einem Minus von knapp 2 Prozent in etwa wie der SMI entwickelte.