Horst Böhler und Thomas Mähr (Foto)

Horst Böhler ist Gesellschafter der böhler+sohn GmbH in Feldkirch. Nach Studium und Meisterprüfung stieg er 1965 in das Unternehmen seines Vaters ein. 2010 gab er die operative Führung des Betriebes an seine beiden Söhne weiter, bleibt aber in der Firma aktiv. Die Idee, das Projekt «Ifakara» aufzugleisen, hatten er und sein Freund Dr. Manfred Fiel bei dessen 60. Geburtstag. Als dieser verstarb, führte Horst Böhler das soziale Engagement weiter.

Thomas Mähr ist Mitglied der Geschäftsleitung der LLB Fund Services AG und seit Ende 2014 Leiter der Abteilung Fund Risk Management & Reporting. Seit 2000 arbeitete er in Liechtenstein in verschiedenen Positionen im Bereich Wertpapiere und Fonds. Seine Leidenschaft ist das Reisen und Kennenlernen anderer Kulturen. Bei einer Reise um die Welt machte er Halt in Kambodscha, um sich bei einer Nichtregierungsorg

Horst, was gibst du Menschen in Tansania als Geschenk zur Selbstständigkeit?

HB: Seit 2010 zeigen wir Frauen an der Macipi Landwirtschaftsschule in Ifakara, wie man zum Beispiel eine Abwasserleitung legt oder eine Schilfkläranlage baut. Zurzeit bilden wir 726 Frauen aus, die ihr Wissen dann in ganz Tansania verbreiten. Wir wollen helfen, dass Menschen in Afrika ihr Leben besser gestalten können.

TM: So etwas ging mir auch immer wieder durch den Kopf, als ich Kindern in einem Dorf bei Phnom Penh mit «Händen und Füssen» Englisch beigebracht habe. Die Geschichte Kambodschas, die Roten Khmer, eine verlorene Generation – einfach unfassbar.

Mein Bauchgefühl hat mir gesagt: Ich will etwas tun.

Denn wer Englisch sprechen kann, der hat zum Beispiel im Tourismus Möglichkeiten – einem Standbein Kambodschas, das die Wirtschaft wachsen lässt.

HB: Und wenn du dann siehst, dass du wirklich etwas bewegen konntest, wie wir in den sieben Jahren in Tansania, dann bist du irgendwie stolz und auch glücklich. Das Beste ist, dass wir sogar die Regierung überzeugen konnten. Diese hat inzwischen das Schulhaus renovieren lassen.

Thomas Mähr (Foto)

Verschiedene Welten.

Anderen und sich etwas Gutes tun.

Horst Böhler (Foto)

TM: Es ist wirklich so: Helfen macht glücklich, es verbindet uns mit anderen Menschen. Was du dafür zurückbekommst, lässt sich kaum mit Geld aufwiegen. Das Gefühl, helfen zu wollen, schlummert in einem. Oft unbewusst.

HB: Dann aber machst du die Augen auf, wenn du ein Projekt beginnst. In Afrika gehen die Uhren anders als in Europa. Unsere erste Handlung war, Ordnung zu schaffen. Etwas zu erklären, nützt wenig. Also haben wir die Plastikflaschen, die überall herumlagen, eingesammelt. Ganz demonstrativ.

Mit Beispielen zu zeigen, wie etwas funktioniert, ist der einzige Weg.

Die Erfahrung lehrt allerdings: Als Einzelkämpfer hast du keine Chance. Wie im Geschäftsleben brauchst du Partner.

Horst Böhler und Thomas Mähr (Foto)
Horst Böhler und Thomas Mähr (Foto)
Horst Böhler und Thomas Mähr (Foto)
Horst Böhler und Thomas Mähr (Foto)
Horst Böhler und Thomas Mähr (Foto)

TM: Netzwerken, sich mit anderen auszutauschen, von den Erfahrungen anderer zu lernen, scheint mir beim sozialen Engagement genauso wichtig wie im Wirtschaftsleben.

HB: Wir müssen das Rad nicht immer wieder neu erfinden.

Beispiele reissen mit.

Horst Böhler (Foto)
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Netzwerken für andere Menschen.