Rechnungslegungsgrundsätze

(ungeprüft)

1 Rechnungslegungsgrundsätze

1.1 Grundlagen der Abschlusserstellung

Der vorliegende konsolidierte Halbjahresbericht wurde in Übereinstimmung mit dem International Accounting Standard zur Zwischenberichterstattung (IAS 34 «Zwischenberichterstattung») erstellt. Die in der ungeprüften konsolidierten Halbjahresrechnung angewendeten Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze entsprechen denjenigen des Geschäftsberichts 2019, der im Einklang mit den International Financial Reporting Standards (IFRS) steht. Darüber hinaus werden die seit 1. Januar 2020 gültigen Regelungen berücksichtigt.

Die ungeprüfte konsolidierte Halbjahresrechnung umfasst nicht alle Angaben, wie sie in der geprüften konsolidierten Jahresrechnung 2019 enthalten sind, und sollte daher zusammen mit der geprüften konsolidierten Jahresrechnung per 31. Dezember 2019 gelesen werden. Die Erstellung erfolgte aufgrund börsenaufsichtsrechtlicher Verpflichtungen und dient, neben der Erfüllung ebendieser, zu Informationszwecken.

Angesichts von Präzisierungen in der Darstellung kann die Halbjahresrechnung Umgliederungen beinhalten. Diese haben keine Ergebniseffekte zur Folge. Sofern die Reklassifizierung in einer Anmerkung vorgenommen wird, hat dies keine Auswirkung in den Primary Statements. Es erfolgen keine weiteren Angaben, da lediglich die Art der Darstellung angepasst wurde.

Aus Gründen der besseren Lesbarkeit gab es bei einzelnen Positionen der Erfolgsrechnung und der Bilanz sprachliche und strukturelle Anpassungen. Der Zinserfolg und -aufwand werden aufgrund des nicht wesentlichen Anteils, der nicht auf der Effektivzinsmethode beruht, vereinfacht dargestellt. Die Position «Abschreibungen und Amortisationen auf dem Anlagevermögen» wurde in «Abschreibungen» umbenannt. Weiter wurden in Anbetracht der Wesentlichkeit folgende Positionen in andere Positionen integriert: In der Erfolgsrechnung wurde die Position «Anteil am Erfolg an assoziierten Unternehmen und Joint Venture» der Position «Übriger Erfolg» zugeordnet. In der Bilanz wurde die Position «Nutzungsrechte aus Leasingverhältnissen» in die Position «Liegenschaften und übrige Sachanlagen» integriert und die Position «Verpflichtungen aus Leasingverhältnissen» in die Position «Übrige Verpflichtungen». Die Positionen «Ausgegebene Schuldtitel und Pfandbriefdarlehen» und «Ausgegebene Anleihen» wurden zusammengefasst und werden neu als Position «Ausgegebene Schuldtitel» offengelegt.

1.2 Schätzungen zur Erstellung der Halbjahresrechnung

Das Management muss bei der Erstellung der Konzernrechnung gemäss IFRS Schätzungen und Annahmen treffen. Dazu gehören Aussagen über zukunftsgerichtete Entwicklungen, für deren Richtigkeit keine Gewähr übernommen werden kann. Sie beinhalten Risiken und Unsicherheiten einschliesslich, aber nicht beschränkt auf zukünftige globale Wirtschaftsbedingungen, Devisenkurse, gesetzliche Vorschriften, Marktbedingungen, Aktivitäten der Mitbewerber sowie andere Faktoren, die ausserhalb der Kontrolle des Unternehmens liegen. Dies kann sich auf einzelne Positionen im Ertrag und Aufwand, auf Aktiven und Verpflichtungen sowie auf die Offenlegung von Eventualforderungen und -verpflichtungen auswirken. Die Verwendung von Informationen und Annahmen, die der LLB per Bilanzstichtag vorliegen, ist für die Schätzung einzelner Positionen unerlässlich. Die tatsächlich eintretenden Ereignisse in der Zukunft können von der Schätzung merklich abweichen, was zu wesentlichen Veränderungen in der Konzernrechnung führen kann.

Die IFRS enthalten Richtlinien, die von der LLB-Gruppe bei der Erstellung der konsolidierten Jahresrechnung Annahmen und Schätzungen erfordern. Erwartete Kreditverluste, Goodwill, immaterielle Anlagen, Rückstellungen für Rechts- und Prozessrisiken, Fair-Value-Bestimmungen für Finanzinstrumente und Verbindlichkeiten für Vorsorgepläne sind Bereiche mit höheren Beurteilungsspielräumen, bei denen Annahmen und Schätzungen von entscheidender Bedeutung für den Konzernabschluss sind. Erläuterungen dazu sind in den Anmerkungen 13 und 14 der konsolidierten Halbjahresrechnung 2020 beziehungsweise in den Anmerkungen 13, 19, 28 und 36 sowie im eigenen Abschnitt «Vorsorgepläne und andere langfristig fällige Leistungen» der konsolidierten Jahresrechnung 2019 aufgeführt.

Die LLB-Gruppe überprüft periodisch die aktuariellen Annahmen und Parameter, welche für die Berechnung der Vorsorgeverpflichtung herangezogen werden. Die in der Jahresrechnung 2019 verwendeten aktuariellen Annahmen und Parameter für den Diskontierungszinssatz, künftige Gehaltssteigerungen und Rentenanpassungen sowie die Lebenserwartung wurden in der Halbjahresrechnung 2020 entsprechend aktualisiert.

1.3 Neue IFRS, Änderungen und Interpretationen

Neue IFRS sowie Überarbeitungen und Interpretationen von bestehenden IFRS, welche für Geschäftsjahre beginnend am 1. Januar 2020 oder später anzuwenden sind, wurden publiziert beziehungsweise traten in Kraft.

Für das Geschäftsjahr 2020 sind für die LLB-Gruppe im Zusammenhang mit der Referenzzinssatzreform (IBOR-Reform, Phase 1) die Änderungen an IFRS 9 «Finanzinstrumente», IAS 39 «Finanzinstrumente: Ansatz und Bewertung» und IFRS 7 «Finanzinstrumente: Angaben» relevant. Zudem gilt dies für die Änderungen an IFRS 3 «Unternehmenszusammenschlüsse», welche Änderungen in Bezug auf die Definition eines Geschäftsbetriebs beinhalten, IAS 1 «Darstellung des Abschlusses» und IAS 8 «Rechnungslegungsmethoden, Änderungen von rechnungslegungsbezogenen Schätzungen und Fehler» in Bezug auf die Definition von Wesentlichkeit sowie die Änderungen im Zusammenhang mit der Einführung des neuen Rahmenkonzepts. Sämtliche Änderungen werden im Geschäftsjahr 2020 erstmalig angewendet. Die damit verbundenen Auswirkungen auf die Rechnungslegung der LLB-Gruppe sind nicht wesentlich; es handelt sich vorrangig um Klarstellungen sowie Anforderungen, die an die Offenlegung gestellt werden. Für die Inhalte der Änderungen wird auf deren ausführliche Darstellung im Geschäftsbericht 2019 verwiesen (Rechnungslegungsgrundsätze).

Aufgrund ihrer Bedeutung wird einzig auf die Änderungen der IBOR-Reform Phase 1 näher eingegangen.

Die Phase 1 der IBOR-Reform setzt sich mit Fragestellungen zur Finanzberichterstattung im Zeitraum vor der Ablösung eines bestehenden Referenzzinssatzes durch einen alternativen Zinssatz auseinander. Offenzulegen sind hierfür lediglich Fragestellungen in Bezug auf das Hedge Accounting. Die Anforderungen aus der Phase 1 betreffen bei der LLB-Gruppe nur Zinssatzswaps, die in einer Hedge-Accounting-Beziehung stehen. Hinsichtlich der Überführung bestehender LIBOR-basierter Zinssatzswaps auf einen neuen Referenzwert sind für die LLB-Gruppe die Vorgaben der International Swaps and Derivatives Association (ISDA) zentral, welche in diesem Zusammenhang bereits eine Reihe von Konsultationen durchgeführt hat, um die Meinung verschiedener Marktteilnehmer zu konsolidieren. Die daraus abgeleiteten Ergebnisse, die zum aktuellen Zeitpunkt noch nicht final vorliegen, werden Klarheit schaffen, wie bestehende LIBOR-basierte Zinssatzswaps auf einen neuen Referenzzinssatz überführt werden können. Die LLB-Gruppe wendet Portfolio Fair Value Hedge Accounting (PFVH) auf festverzinsliche Zinsinstrumente gemäss IAS 39 an. Voraussetzung für eine Sicherungsbeziehung ist die getrennte Identifizier- und damit verbundene Bewertbarkeit eines Geschäfts. Die IBOR-Reform hat bei der LLB-Gruppe keinen Einfluss auf die Identifizier- sowie Bewertbarkeit, denn die LLB-Gruppe besichert Refinanzierungsrisiken, die sich aus dem fixen Zinssatz des Grundgeschäfts ergeben. Dieser ist nicht nur zu Beginn einer Sicherungsbeziehung identifizierbar, sondern auch über den Zeitraum ebendieser hinweg. Relevanz besitzen die Erleichterungen bezogen auf die Effektivitätsmessungen (prospektiv und retrospektiv). Diese beinhalten die Annahmen, dass sich der Referenzzinssatz nicht verändert (prospektiv) und aufgrund dessen die Hedge-Accounting-Beziehung weiterhin als hochwirksam beurteilt werden kann. Sollte diese, retrospektiv gesehen, nicht hochwirksam sein, besteht die Erleichterung darin, dass die Hedge-Accounting-Beziehung nicht beendet werden muss. Bei der LLB-Gruppe wird in Übereinstimmung mit der Hedge-Accounting-Dokumentation das Hedge-Accounting-Geschäft monatlich zurückgesetzt, um Änderungen im zugrunde liegenden Hypothekargeschäft widerzuspiegeln. Dadurch, dass diese dynamische Sicherungsstrategie verfolgt wird, spielt die Erleichterung in Bezug auf die retrospektive Beurteilung aus Sicht der LLB-Gruppe nur eine untergeordnete Rolle, da im Rahmen der Sicherungsbeziehung bei einem veränderten Referenzzinssatz eventuell ein anderes Grundgeschäft designiert wird. Die Annahme ist, dass durch dieses Vorgehen die Effektivität der Hedge-Accounting-Beziehung weiterhin gegeben ist. Nichtsdestotrotz ist diese Erleichterung wichtig und wird angewendet, sofern die Effektivität nur aus Gründen im Zusammenhang mit der IBOR-Reform nicht mehr gegeben sein sollte; die Hedge-Accounting-Beziehung wird in diesem Zusammenhang nicht beendet. Sämtlichen Instrumenten liegt der LIBOR als Referenzzinssatz zugrunde, der bis Ende 2021 existiert. Der positive Wiederbeschaffungswert beträgt CHF 3.1 Mio., der negative Wiederbeschaffungswert CHF 21.5 Mio. Das zugrundeliegende Kontraktvolumen beläuft sich auf CHF 1'220.0 Mio.

Für Geschäftsjahre ab 1. Januar 2021 oder später hat das International Accounting Standards Board (IASB) Änderungen beschlossen. Im folgenden werden die für die LLB-Gruppe relevanten kurz beschrieben:

  • IAS 1 «Darstellung des Abschlusses» – Die Änderungen betreffen den Ausweis von Schulden in der Darstellung der finanziellen Lage. Sie stellen die Kriterien klar, welche zur Klassifizierung von Schulden als kurz- oder langfristig dienen. Schulden gelten nun grundsätzlich als langfristig, wenn Rechte bestehen, die Erfüllung um mehr als zwölf Monate verschieben zu können. Die Klassifikation als kurz- oder langfristig erfolgt dabei unabhängig von der Wahrscheinlichkeit der Ausübung des Rechts auf Aufschiebung der Erfüllung. Besondere Regelungen sind bei der Erfüllung mittels Eigenkapitalinstrumenten zu beachten. Die Auswirkungen der Änderungen werden zurzeit analysiert. Die Änderungen sind rückwirkend und erstmals auf Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem 1. Januar 2023 beginnen. Eine vorzeitige Anwendung ist möglich.
  • IAS 37 «Rückstellungen, Eventualverpflichtungen und Eventualforderungen» – Es wurde eine Klarstellung aufgenommen, die die Vertragserfüllungskosten definiert. Die Anwendung erfolgt für belastende Verträge, die im Zeitraum der Erstanwendung noch bestehen ohne dabei Vorjahre anzupassen. Etwaige Effekte sind bei Anpassung der Anfangsbilanzwerte im Eigenkapital zu erfassen. Die Auswirkungen der Änderungen werden zurzeit analysiert. Die Änderungen sind erstmals auf Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem 1. Januar 2022 beginnen. Eine vorzeitige Anwendung ist möglich.

Im Rahmen der jährlichen Anpassungen hat das IASB weitere Verbesserungen (Annual Improvements to IFRS 2018 – 2020 Cycle) publiziert. Sie treten für Geschäftsjahre, die ab dem 1. Januar 2022 beginnen, in Kraft. Eine vorzeitige Anwendung ist möglich, aktuell wird von einer solchen abgesehen. Die Übernahme der Änderungen hat keine wesentlichen Auswirkungen auf die Konzernrechnung der LLB-Gruppe.

2 Folgen der Corona-Pandemie

Die Corona-Pandemie hat verschiedene Auswirkungen auf den konsolidierten Halbjahresabschluss 2020 der LLB-Gruppe.

Die Krise stellt ein Risiko dar, das gemäss Risikomanagementprozess im Rahmen der Risikoüberwachung und -steuerung in den einzelnen Risikomodellen zu berücksichtigen ist. Diesbezüglich wurden die Empfehlungen unterschiedlicher Regulierungsbehörden, beispielsweise der European Banking Authority (EBA) und der European Securities and Markets Authority (ESMA), analysiert. Die Parameter der einzelnen Risikomodelle wurden kritisch hinterfragt. Um mögliche Risiken der zukünftigen Entwicklung abzuschätzen, erfolgten Szenarioanalysen für die einzelnen Risikopositionen.

Im Rahmen des Modells der erwarteten Kreditverluste ergab die Analyse, keine neuen Szenarien in das makroökonomische Modell aufzunehmen und die bestehende Gewichtung der Szenarien nicht anzupassen. Die LLB-Gruppe legt, den Empfehlungen der Regulierungsbehörden folgend, zurzeit ein grösseres Gewicht auf langfristig stabile und auf Erfahrungen der Vergangenheit beruhende Szenarioeinschätzungen. Für Kredite der Stufen 1 und 2 wurden teilweise Stundungen gewährt. Wesentliche Auswirkungen ergaben sich diesbezüglich nicht. Um in Zeiten grosser Unsicherheit den aktuellen sowie den möglichen mittelfristigen Auswirkungen der Corona-Pandemie gerecht zu werden, wurden insbesondere Kredite an Unternehmen in vom Coronavirus besonders betroffenen Branchen analysiert und teils einzelwertberichtigt.

Liechtenstein und die Schweiz haben beschlossen, den Banken Ausfallgarantien für Überbrückungskredite zu gewähren, um Liquiditätsengpässe der Unternehmen zu vermeiden. Auch die LLB AG und die Bank Linth haben sich an diesen Programmen beteiligt. Die Höhe der bewilligten Überbrückungskredite beläuft sich bei der LLB-Gruppe auf rund CHF 70 Mio., wobei dieses Volumen vollständig durch den Staat besichert ist. Der LLB-Gruppe entsteht hieraus kein wesentliches Risiko. Die Kredite werden als marktkonform eingestuft.

Das Management der LLB-Gruppe hat aufgrund der Corona-Pandemie und dem damit verbundenen Einbruch an den Finanzmärkten und einem reduzierten Geschäftsvolumen die Werthaltigkeit der materiellen und immateriellen Vermögenswerte, insbesondere des bestehenden Goodwill, geprüft. Dabei wurde die Werthaltigkeit getestet und bestätigt, es wurden keine Wertberichtigungen vorgenommen.

3 Änderungen im Konsolidierungskreis

Im 1. Semester 2020 gab es keine Veränderungen im Konsolidierungskreis.

4 Währungsumrechnung

(XLSX:) Download

Stichtagskurs

 

30.06.2020

 

31.12.2019

1 USD

 

0.9512

 

0.9662

1 EUR

 

1.0651

 

1.0854

 

 

 

 

 

Durchschnittskurs

 

1. Sem. 2020

 

1. Sem. 2019

1 USD

 

0.9645

 

0.9958

1 EUR

 

1.0668

 

1.1270

5 Risikomanagement

Die LLB-Gruppe ist in ihrer operativen Tätigkeit finanziellen Risiken, wie Markt-, Kredit-, Liquiditäts- und Refinanzierungsrisiko, sowie operationellen Risiken ausgesetzt. Bezugnehmend auf die Ausführungen in Kapitel 2 «Folgen der Corona-Pandemie» hat sich das Risiko für die LLB-Gruppe im Vergleich zur Situation am 31. Dezember 2019 im Wesentlichen nicht verändert. Im Rahmen der Halbjahresberichterstattung 2020 erfolgen somit nur qualitative Offenlegungen bezüglich der Kreditrisiken. Für eine detaillierte Offenlegung wird auf die Risikomanagementinformationen im Geschäftsbericht 2019 verwiesen.

Das Kreditportfolio der LLB-Gruppe hat sich im Laufe des ersten Halbjahres 2020 hinsichtlich des Wertes der absoluten Ausleihungen nicht wesentlich verändert. Für die Ausleihungen der Stufe 1 und Stufe 2 resultiert ein Rückgang der erwarteten Kreditrisiken von CHF 1.4 Mio, für Stufe-3-Positionen ein Netto-Anstieg von CHF 15.2 Mio. Über alle Stufen hinweg führen die erwarteten Kreditverluste zu einem Aufwand in Höhe von CHF 13.8 Mio. Dieser ist in der konsolidierten Erfolgsrechnung offengelegt.

6 Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Es sind keine wesentlichen Ereignisse nach dem Bilanzstichtag eingetreten, die einen massgeblichen Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der LLB-Gruppe haben.