Konsolidierter Halbjahresbericht

Erfolgsrechnung

Im ersten Semester 2020 erwirtschaftete die LLB-Gruppe ein Konzernergebnis von CHF 60.2 Mio. (1. Semester 2019: CHF 61.1 Mio.). Während der Einbruch der USD-Zinsen, die tieferen Kundenvermögen und die Bildung von Einzelwertberichtigungen sich belastend auf das Ergebnis auswirkten, trugen überdurchschnittlich hohe Umsätze bei den Nettocourtagen sowie im Devisengeschäft positiv zum Ergebnis bei. Zudem wurde durch die Anpassung des Umwandlungssatzes der Pensionskasse der LLB ein positiver Effekt realisiert.

Das den Aktionären der LLB zustehende Ergebnis beträgt CHF 57.1 Mio. (1. Semes­ter 2019: CHF 57.5 Mio.). Das Ergebnis je Aktie beläuft sich auf CHF 1.87 (1. Se­mes­ter 2019: CHF 1.88).

Der Geschäftsertrag nahm im ersten Semester 2020 um 5.9 Prozent auf CHF 210.4 Mio. ab (1. Semester 2019: CHF 223.7 Mio.).

Der Erfolg aus dem Zinsengeschäft vor erwarteten Kreditverlusten verringerte sich gegenüber der Vorjahresperiode um 4.6 Prozent beziehungsweise CHF 3.8 Mio. auf CHF 78.8 Mio. (1. Semester 2019: CHF 82.6 Mio.). Der Erfolg aus dem Zinsengeschäft mit Kunden ist leicht gestiegen. Dagegen wurde im Zinsengeschäft mit Banken, insbesondere aufgrund gesunkener USD-Zinsen, weniger vereinnahmt.

Die LLB-Gruppe hat im ersten Semester 2020 die Risikovorsorge erhöht. Zugunsten der Erfolgsrechnung wurden erwartete Kreditverluste im Umfang von netto CHF 13.8 Mio. gebildet (1. Semester 2019: Auflösung von CHF 3.7 Mio.).

Der Erfolg aus dem Dienstleistungs- und Kommissionsgeschäft konnte im Vergleich zur Vorjahresperiode mit CHF 99.4 Mio. konstant gehalten werden (1. Semes­ter 2019: CHF 99.0 Mio.). Der transaktionsabhängige Erfolg stieg aufgrund der Volatilität an den Finanzmärkten; die Nettocourtagen erhöhten sich im Vergleich zum Vorjahr um 30.7 Prozent auf CHF 23.5 Mio. (1. Semester 2019: CHF 18.0 Mio.). Demgegenüber fiel der bestandsabhängige Erfolg wegen des Einbruchs der Finanzmärkte und der damit zusammenhängenden gesunkenen Kundenvermögen tiefer aus.

Der Erfolg aus dem Handelsgeschäft lag im ersten Semester 2020 bei CHF 46.5 Mio. (1. Semes­ter 2019: CHF 26.8 Mio.). Der Handel mit Devisen, Valuten und Edelmetallen hat sich gegenüber der Vorjahresperiode um 43.7 Prozent auf CHF 38.3 Mio. deutlich erhöht. Dies ist insbesondere auf das Devisengeschäft zurückzuführen, welches CHF 11.2 Mio. oder 42.7 Prozent über dem Vorjahr liegt. Die stichtagsbezogenen Bewertungsgewinne auf den Zinsabsicherungsinstrumenten betrugen CHF 8.2 Mio. (1. Semester 2019: CHF 0.1 Mio.).

Der Erfolg aus Finanzanlagen betrug minus CHF 1.9 Mio. (1. Semester 2019: CHF 6.0 Mio.). Der Abschwung an den Finanzmärkten führte zu stichtagsbezogenen Bewertungsverlusten von minus CHF 4.1 Mio. In der Vorjahresperiode konnte in dieser Position noch ein Gewinn von CHF 4.5 Mio. ausgewiesen werden. Positiv entwickelten sich die Einnahmen aus Dividenden mit CHF 2.2 Mio. (1. Semester 2019: CHF 1.5 Mio.).

Der übrige Erfolg ist gegenüber der Vorjahresperiode um CHF 4.2 Mio. auf CHF 1.4 Mio. gefallen, was primär auf die Wertveränderungen der Kaufpreisverbindlichkeiten aus Akquisitionen im ersten Semester 2019 zurückzuführen ist.

Geschäftsertrag (in Mio. CHF)
Geschäftsertrag (Balkendiagramm)

Der Geschäftsaufwand war im ersten Semester 2020 mit CHF 143.1 Mio. um 6.0 Prozent tiefer als im Vorjahr (1. Semester 2019: CHF 152.2 Mio.).

Der Personalaufwand sank um 6.1 Prozent beziehungsweise CHF 5.8 Mio. auf CHF 89.2 Mio. (1. Semester 2019: CHF 95.0 Mio.). Dies ist hauptsächlich auf die Anpassung des Umwandlungssatzes der Pensionskasse der LLB im ersten Semester 2020 zurückzuführen, welche unter IAS 19 zu einer Entlastung der Erfolgsrechnung führte.

Der Sachaufwand fiel mit CHF 32.9 Mio. um 10.5 Prozent tiefer aus (1. Semes­ter 2019: CHF 36.8 Mio.). Im aktuellen Ergebnis ist eine Auflösung von Rück­stellun­gen für Rechts- und Prozessrisiken in Höhe von CHF 3.8 Mio. enthalten, während in der Vorjahresperiode eine Nettoauflösung von CHF 1.1 Mio. erfolgte.

Die Abschreibungen erhöhten sich auf CHF 21.1 Mio. (1. Semester 2019: CHF 20.4 Mio.).

Die Cost-Income-Ratio verbesserte sich auf 65.5 Prozent (1. Semester 2019: 69.7 %). Ohne Markteffekte, das heisst ohne Erfolg aus Zinssatzswaps und ohne Kurserfolge aus Finanzanlagen, lag die Cost-Income-Ratio bei 66.7 Prozent (1. Semester 2019: 71.2 %).

Bilanz

Die konsolidierte Bilanzsumme erhöhte sich gegenüber dem 31. Dezember 2019 um 6.0 Prozent und betrug am 30. Juni 2020 CHF 24.0 Mia. (31.12.2019: CHF 22.7 Mia.).

Die Kundenausleihungen beliefen sich gegenüber dem 31. Dezember 2019 unverändert auf CHF 13.0 Mia. Die Hypothekarforderungen stiegen um 1.9 Prozent auf CHF 11.5 Mia. Demgegenüber nahmen die mit Wertpapieren besicherten Kredite ab.

Das den Aktionären der LLB zustehende Eigenkapital betrug per 30. Juni 2020 CHF 1.9 Mia. Die Tier 1 Ratio lag bei 20.4 Prozent (31.12.2019: 19.6 %). Die Rendite auf dem Eigenkapital, das den Aktionären der LLB zusteht, betrug 5.9 Prozent (1. Semester 2019: 6.1 %).

Kundenvermögen

Die LLB-Gruppe verzeichnete im ersten Semester 2020 einen Netto-Neugeld-Zufluss von CHF 1'028 Mio. (1. Semester 2019: CHF 2'004 Mio.). Dank intensiver Marktbearbeitung erzielte sie in ihren drei Marktsegmenten und allen Buchungszentren positive Neugeld-Zuflüsse.

Das Geschäftsvolumen fiel gegenüber dem 31. Dezember 2019 um 3.2 Prozent beziehungsweise CHF 2.8 Mia. auf CHF 86.5 Mia.

Die Kundenvermögen nahmen aufgrund der negativen Markt- und Währungsperformance um 3.7 Prozent auf CHF 73.5 Mia. ab (31.12.2019: CHF 76.3 Mia.).

Kundenvermögen (in Mia. CHF)
Kundenvermögen (Balkendiagramm)

Ausblick

Trotz des herausfordernden Umfelds blickt die LLB-Gruppe vorsichtig optimistisch in die Zukunft. Für das Gesamtjahr 2020 erwartet sie ein solides Konzernergebnis. Dank des stabilen Fundaments, der breit diversifizierten Ertragsstruktur und des fokussierten Geschäftsmodells hat die LLB-Gruppe eine gute Basis, die Unternehmensgruppe erfolgreich weiterzuentwickeln.